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Ich freue mich, dass ich heute Morgen die Predigtreihe über 2. Korinther 6,14 bis 7,1 abschließen kann. Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth ist gewaltig und hat uns immer noch sehr viel über unser eigenes christliches Leben und unseren Dienst zu sagen. Darum ist es gut ihn sehr ausführlich zu betrachten. Das Thema in diesem Abschnitt ist der Ruf zur Absonderung von Ungläubigen. Gott hat sich die Gemeinde als heiliges Volk berufen und sagt uns in Vers 14, dass wir nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen ziehen sollen. Wir sind ein Volk, das dem Herrn heilig ist, abgesondert, geheiligt und getrennt.

Wir haben bereits sehr viele Punkte betrachtet und viel gelernt. Aber trotzdem möchte ich heute noch ein paar Dinge hinzufügen, die aufzeigen sollen, wie bedeutungsvoll dieses Thema wirklich ist. Es kamen schon einige Leute zu mir und berichteten, wie sehr ihnen diese Serie geholfen hat. Sie konnten die neuen Erkenntnisse schon ganz praktisch in ihrem Leben anwenden und wurden zu neuen Menschen. Erst gestern Abend telefonierte ich wieder mit jemandem und half ihm mit genau diesem Thema. Es ging darum, ob Gläubige und Ungläubige gemeinsam eine religiöse Aktivität ausüben können. Die Antwort darauf ist ein absolut grundlegendes Prinzip. Und weil dies so wichtig ist für das christliche Leben des Einzelnen als auch der Gemeinde, muss man es unbedingt verstehen.

Ich beginne heute Morgen mit einem kleinen historischen Überblick aus der Zeit vor dem Korintherbrief. Gott hat schon immer sein Volk dazu aufgerufen, sich vollständig von allen Formen falscher Religion zu trennen. Er wollte, dass sie treu waren, rein und nützlich und er wollte sie segnen. Sie sollten sich um seiner Herrlichkeit willen absondern und auch um seines Namens und seiner Wahrheit willen. Denn falsche Religion zerstört den Glauben vieler Menschen. Sie frisst wie ein Krebsgeschwür um sich. Das war schon immer so. Und deshalb hat Gott sein Volk schon immer zur Trennung aufgerufen.

Darum verkleidet sich Satan auch als Engel des Lichts. Er erfindet immer neue Religionen, die versuchen, Gottes Absichten zu vereiteln und das Volk Gottes zu verwirren. Das war schon immer seine Strategie, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Darum wollte Gott, dass sich sein Volk von diesen satanischen Religionen fernhalten sollte. Geh bitte zurück zu den fünf Büchern Mose, die das Gesetz bilden. Sie werden auch der Pentateuch genannt. Ich möchte damit starten, wie alles begann, als Gott Israel zum ersten Mal als sein Volk identifizierte. In 5. Mose 7 erhältst du einen sehr guten Einblick in die Frage der Absonderung von falscher Religion.

In 5. Mose 7,1 lesen wir Folgendes: „Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Pheresiter, die Hewiter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du; und wenn sie der Herr, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken“. Das ist ein unmissverständlicher und sehr direkter Befehl, sie zu töten. Oder anders ausgedrückt: Er fordert eine Art Völkermord. Sie sollen sie vernichten und regelrecht auslöschen.

Dieser strenge Befehl lässt liberale Theologen erschauern und zu dem Schluss kommen, dass dieses Darstellung Gottes offensichtlich nicht wahr sein könne. Denn Gott sei Liebe und würde niemals einen solchen Befehl erteilen, geschweige denn ausführen. Wie sollen wir verstehen, dass Gott sagt: „Vernichtet diese Völker!“? Nun, dieser Befehl lässt sich nur mit einem geduldigen, gnädigen und liebevollen Charakter Gottes in Einklang bringen. Um zu erkennen, dass alle diese Eigenschaften wahr sind, musst du ein paar Dinge verstehen. Zum Beispiel musst du verstehen, dass diese Menschen unglaublich boshaft sind. Du musst das Ausmaß ihrer Götzenverehrung erkennen und wie schwer ihre Gotteslästerung ist. Du musst verstehen, dass es sich dabei um eine grobe, tödliche, unverbesserliche, hoffnungslos verblendete und unbußfertige Götzenverehrung handelt. Und erst dann begreifst du, warum Gott fordert, sie auszurotten.

Im Neuen Testament heißt es: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Das Volk Gottes lebte Tag für Tag Seite an Seite dieser gotteslästerlichen, unverbesserlichen, bösen, unbußfertigen Götzendienern. Und das führte zwangsläufig dazu, dass auch das Volk Gottes verdorben wurde. Gott konnte sein Volk nicht bewahren, wenn es sich mit solchen götzendienerischen Völkern verband. Und er wusste, dass diese Völker den Punkt überschritten hatten, an dem sie noch um Gnade bitten würden. Sie bereuten nichts mehr und waren in ihrer Unbußfertigkeit festgefahren. Sie waren hoffnungslos entschlossen, zu sündigen. Doch Gott wollte nicht zulassen, dass das Krebsgeschwür ihrer Gotteslästerung seine eigenen ewigen Absichten zunichte machen würde. Und so forderte er ihre Vernichtung.

In Vers 2 führt er weiter aus: „Du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen.“ Sie sollen keine Bündnisse mit ihnen schließen und damit Kompromisse eingehen. Sondern sie sollen sehr entschlossen und endgültig mit ihnen umgehen. In Vers 3 warnt er vor Mischehen: „Und du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; du sollst deine Töchter nicht ihren Söhnen zur Frau geben, noch ihre Töchter für deine Söhne nehmen“. Vor ein paar Wochen habe ich die Frage gestellt, ob die Aussage: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ auch bedeutet, dass Christen keine Nichtchristen heiraten sollten? Die Antwort ist: Ja, das stimmt, Christen sollten keine Nichtchristen heiraten. Das wäre ein ungleiches Joch, weil die Ehe eine geistliche Beziehung ist.

Noch konkreter ist die Aussage in 5. Mose 7. Hier verbietet Gott seinem Volk ausdrücklich, Menschen zu heiraten, die nicht zu seinem Volk gehören. Warum er das tut, sagt Vers 4: „Jeder Bund, jede Allianz, jeder Kompromiss, jede Mischehe wird eure Söhne davon abhalten, mir zu folgen, um stattdessen anderen Göttern zu dienen“. Das kann man sehr deutlich bei dem starken, weisen und gesegneten König Salomo sehen. Gott warnt bereits hier in 5. Mose 7 vor den Folgen: „Denn sie würden deine Söhne von mir abwendig machen, dass sie anderen Göttern dienen; und dann wird der Zorn des Herrn über euch entbrennen und euch bald vertilgen.“

Für das Volk Gottes steht viel auf dem Spiel. Darum können sie sich keine Kompromisse leisten. Sie müssen diese Menschen ausrotten, sonst werden sie einen verheerenden Einfluss auf sie ausüben. Sie dürfen sich auf keinen Fall mit ihnen vermischen, denn das würde tragische Folgen haben. Vers 5 sagt: „Vielmehr sollt ihr so mit ihnen verfahren: Ihre Altäre sollt ihr niederreißen, ihre Gedenkstätten zerbrechen, ihre Aschera-Standbilder zerschlagen und ihre Götzenbildnisse mit Feuer verbrennen.“ Sie sollen alles zerstören, was Teil ihrer abscheulichen Religion war. Es ist wie bei einem tödlichen Virus, von dem jede Spur ausgelöscht werden muss, weil die Gefahr der geistlichen Kontamination einfach zu hoch ist.

Es gibt viele potenziell tödliche Viren, wie das HIV-Virus und andere. Diese brechen von Zeit zu Zeit irgendwo auf der Welt aus, wie zum Beispiel erst kürzlich in Afrika. Es könnte durchaus sein, dass im Verlauf der Menschheitsgeschichte noch mehrmals solche verheerenden Viren auftauchen. Dessen sind wir uns sehr bewusst. Aber ein weitaus gefährlicheres Virus ist das, welches nicht nur den physischen Menschen, sondern auch den geistlichen Menschen angreift. Es ist das Virus eines falschen satanischen Religions-Systems.

Die schottischen Reformatoren sahen diesen Abschnitt als ihren Auftrag. Ich habe in letzter Zeit viel über John Knox gelesen. Das war der große Prediger, der die treibende Kraft bei der Gründung der schottischen presbyterianischen Kirche war. Darum wird bis heute in der presbyterianischen Kirche in Schottland die Kanzel „John-Knox-Kanzel“ genannt. Wir erinnern uns an John Knox als einen großen Reformator, einen großen Prediger des Evangeliums.

Er war sehr aggressiv, fast schon kriegerisch und ging mit aller Härte gegen falsche Religionen vor. Tatsächlich zerstörten die schottischen Reformatoren sogar alle Gebäude, die von dem römischen Kult übrig geblieben waren, sehr zum Leidwesen aller Architekturliebhaber. Diese versuchten, die architektonischen Baukunstwerke zu bewahren. Aber die Maxime von John Knox war richtig. Er sagte: „Reißt die Nester nieder, dann verschwinden die Vögel.“

Und hier in 5. Mose haben wir eine sehr ähnliche Situation. Dieses besondere Volk Gottes, die Nation Israel, erhält einen direkten Auftrag von Gott. Das bedeutet nicht, dass wir die Gebäude falscher Religionen zerstören sollten. Und so gut die Absichten der schottischen Reformatoren auch gewesen sein mögen, haben auch sie möglicherweise ihre Grenzen überschritten. Aber hier in 5. Mose ist das nicht der Fall. Auch um uns herum ist überall der Einfluss falscher Religionen spürbar und wir müssen uns davon trennen.

Den Grund dafür nennt Gott in Vers 6: „Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, deinen Gott“. Das Wort „heilig“ bedeutet getrennt, geheiligt, abgesondert. „Ein heiliges Volk bist du für den Herrn, deinen Gott; dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist.“ Sie waren sein Eigentum und damit für immer getrennt von den anderen Religionen. Und so wird schon sehr früh in Gottes Erlösungsgeschichte deutlich, dass das Volk Gottes darauf achten soll, keine Bündnisse und keine Vereinbarungen mit falschen Religionen einzugehen und keinen Austausch mit ihnen zu haben.

Nun möchte ich von der kollektiven Perspektive in 5. Mose 7 zu einer persönlichen Perspektive übergehen. Dazu gehen wir zu Daniel 1. Dort geht es weniger um eine Gruppe von Menschen als vielmehr um Einzelpersonen, nämlich vier junge Männer. Sicher kennst du Daniel und seine drei Freunde mit den jüdischen Namen Mishael, Hananiah und Azariah. Diese befinden sich in einer sehr ähnlichen Situation. In Daniel 1,1 heißt es: „Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand“.

Der Herr erlaubt den Babyloniern zu siegen, weil die babylonische Gefangenschaft eine Strafe für Israels Abfall vom Glauben sein sollte. In diesem Fall stand Gott also 70 Jahre lang auf der Seite der Babylonier. Erst dann durfte Israel in sein Land zurückkehren. Nebukadnezar, der König von Babylon, kommt nach Jerusalem, belagert es und erringt den Sieg. Er nimmt einige Gefäße aus dem Haus Gottes mit „in das Land Sinear, in das Haus seines Gottes; und er brachte die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes.“

Er plündert alles Gold aus dem Tempel, schleppt es nach Babylon und bringt es in den Tempel seiner eigenen Gottheit. Nebukadnezar hatte kein Problem damit, Gottheiten und Gottesdienste zu vermischen. Aber wie wir schon die letzten Male festgestellt haben, hat Gott damit große Probleme. In 1. Samuel 4-6 und Hesekiel 8 sahen wir, dass weder Götzenbilder in den Tempel Gottes gebracht werden dürfen noch Gott in einen Götzentempel. Aber offensichtlich hatte Nebukadnezar kein Problem damit. Er hatte viele Götter, und ein paar weitere Geräte einer anderen Gottheit in den Tempel zu werfen, machte keinen Unterschied.

Er plündert also Jerusalem und deportiert jüdische Menschen. Das bedeutet, dass er sie gefangen nahm und in sein eigenes Land Babylon verschleppte. Das Land Israel sollte ein Vasallenstaat werden und wirtschaftlich produktiv sein. Darum sollten einige Menschen dort bleiben, die weiterhin in Israel arbeiten würden, um den Reichtum und Wohlstand Babylons zu mehren.

Die erste Deportation — ca. 606 vor Christus — wird in den Versen 3 und 4 beschrieben. „Und der König befahl Aspenaz, dem Obersten seiner Kämmerer, dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, junge Männer ohne Makel, schön von Gestalt und klug in aller Weisheit, einsichtsvoll und des Wissens kundig, die tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwies.“

Mit diesem Plan im Hinterkopf greift Nebukadnezar Jerusalem an. Das Problem war, dass er bei diesem ersten Versuch im Jahr 606 v.Chr. die Nachricht vom Tod seines Vaters Nabopolassar erhielt. Und so musste er gleich zu Beginn seines Feldzugs wieder nach Babylon zurückkehren. Solche Reisen waren damals nicht einfach und stellten eine große Herausforderung dar. Darum musste er seinen Plan ändern. Weil er keine Zeit hatte, im Vasallenstaat Israel eine eigene Regierung zu errichten, beschloss er, den jüdischen König Jojakim an der Macht zu lassen. Aber trotzdem wollte er ihn jeder Hoffnung auf zukünftige Macht berauben. Darum nahm er einige Mitglieder der königlichen Familie und einige Vornehme als Geiseln mit.

Vermutlich drohte er Jojakim, dass er seine Familie und die Vornehmen töten würde, wenn er nicht tun würde, was man von ihm verlangte. Vers 4 beschreibt, dass er die Besten mitnahm, die Bestaussehenden, die Klügsten, die Weisesten und Einsichtigsten. Diese verfügten über Fähigkeiten, die in den höchsten Regierungskreisen seines eigenen Landes genutzt werden konnten. Aufgrund der mangelnden Zeit war dies seine beste Möglichkeit, den König unter Druck zu setzen, damit dieser tat, was er von ihm verlangte.

Aber er verfolgte noch eine andere Absicht. Er wollte nämlich die Eliteführer der Nation, diese begabten und fähigen jungen Männer einer Gehirnwäsche in der chaldäischen Kultur unterziehen. Und anschließend sollten sie die jüdischen Angelegenheiten verwalten. Nun hatte er eine große Anzahl von Juden, die durch drei Wegführungen von Israel in seinem Land waren. Die letzte fand im Jahr 586 v.Chr. statt. Und wenn diese Juden nicht streng kontrolliert worden wären, hätten sie mitten in Babylon eine revolutionäre Terroristengruppe bilden können.

Seine Idee war also, die besten jungen Männer auszuwählen, sie auszubilden und zur Verwaltung der jüdischen Angelegenheiten einzusetzen. Denn sie würden verstehen, wie die Juden dachten und handelten. Aber trotzdem wären sie Teil der chaldäischen Kultur. Und wenn dann die Zeit kommen würde, könnte er Jojakim absetzen und jemanden zurückschicken, der zwar Jude war, aber einer effektiven Gehirnwäsche in der chaldäischen Kultur unterzogen worden war. Ebenso würde er direkt in Babylon junge Männer brauchen, die die Angelegenheiten des jüdischen Volkes verwalten würden. Und dazu wählte er die Besten aus der Elite aus.

Am Ende von Vers 4 wird deutlich, dass ihnen die Literatur und Sprache der Chaldäer beigebracht werden sollte. Und weil die Literatur der Chaldäer aus theologischen Werken bestand, lief das letztlich auf eine theologische Ausbildung hinaus. Man konnte ihre Kultur nicht von ihrer Religion trennen, weil ihre Religion ihre Kultur war. Sie bestand aus Magie, Zauberei, Beschwörungen, Omen, Gebeten, Hymnen an ihre Gottheiten, einer Vielzahl von Gottheiten und allen möglichen Legenden. Alles zusammen ergab eine sehr komplexe Theologie, die weit entfernt war von der Wahrheit und dem wahren Gott. Diese Jugendlichen sollten Jehova — den wahren und lebendigen Gott — vergessen. Stattdessen sollten sie die babylonische Dreifaltigkeit von Anu, Enlil und Ea anbeten.

Und so begannen sie, diesen Jugendlichen Theologie beizubringen. Etwas später in diesem Kapitel wird ersichtlich, dass es sich um ein dreijähriges Ausbildungsprogramm handelte. In dieser Zeit fand ihre Gehirnwäsche statt. Vers 5 sagt, dass dies neben der neuen Theologie auch den Lebensstil betraf. Sie sollten direkt in den heidnischen Kult einbezogen werden. Dann heißt es weiter: „Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und ordnete an, dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte, und dass sie danach dem König dienen sollten.“

Erinnere dich, dass diese jungen Männer aus der königlichen Familie stammten und zu Israels Vornehmsten gehörten. Ausgefallene Speisen waren für sie also nichts Neues. Sie hatten vermutlich in dem wohlhabenden Palast in Jerusalem gelebt, oder ganz in dessen Nähe. Sie hatten den salomonischen Tempel gekannt, bevor er zerstört worden war. Israel war eine recht wohlhabende und florierende Nation gewesen. Hinweise darauf finden sich sogar in den Prophezeiungen von Jesaja und Jeremia, als sie die bevorstehende Gefangenschaft vorhergesagt hatten. So war Israel zur Zeit der Wegführung immer noch wohlhabend gewesen.

Diese jungen Männer waren also bestimmt nicht sonderlich beeindruckt von gutem Essen und Trinken. Denn das hätten sie auch in der Vergangenheit bekommen können. Ihr eigentliches Problem war, dass sie sich damit an Götzenfesten beteiligt hätten. Denn wie wir bei den Korinthern festgestellt haben, waren das Essen und Trinken Teil der religiösen Feierlichkeiten zu Ehren der Götzen. Und so wäre dieses Essen des Königs den Göttern geweihtes Essen gewesen. Das war der Kontext. Es war nicht so, dass an den Speisen selbst etwas auszusetzen gewesen wäre. Aber sie hätten sich mit den Worten des Paulus „am Tisch der Dämonen“ ergötzt.

In Vers 8 heißt es von Daniel: „Er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse.“ Daniel wusste, dass er sich nicht in den religiösen Lebensstil dieser Heiden hineinziehen lassen durfte. Aber gehen wir zurück zu Vers 6. Die Babylonier taten noch etwas sehr Kluges: Sie versuchten, neben der Theologie und der Anbetung auch die Identität der Menschen zu verändern. Darum gab der Befehlshaber den vier jungen Männern Daniel, Hananja, Misael und Asarja neue Namen.

Der Name Daniel hat die großartige Bedeutung „Gott ist Richter“. Er erhielt den Namen Beltsatzar. Hananja bedeutet auf Hebräisch „der Herr ist gnädig“. Ihm gab er den Namen Sadrach, der mit dem Begriff „Aku” oder „Marduk” in Verbindung steht, einem der Götzen Babylons. Auch Misael ist ein schöner Name. Er ist eigentlich eine Frage und bedeutet „Wer ist wie der Herr?“ Oder wörtlich: „Wer ist, was der Herr ist?“ Ihm gab er den Namen Mesach, der bedeutet: „Wer ist, was Aku ist?“. Aku war der Mondgott. Und Asarja bedeutet „Der Herr ist meine Hilfe“. Er bekam den Namen Abednego. Das heißt: Diener von Nebo, dem Gott der Weisheit und Bildung.

Die Gehirnwäsche war also ziemlich umfassend. Sie änderten ihre Theologie, ihren Lebensstil, und bezogen sie in Götzenfeste ein. Dann änderten sie ihre Namen, sodass sie sich jedes Mal, wenn sie angesprochen wurden, mit den Göttern identifizieren mussten. Dies sollte sie vom wahren Gott abbringen. Nun erbittet Daniel vom obersten Kämmerer die Erlaubnis, sich nicht verunreinigen zu müssen.

Und in Vers 9 wird ihm von Gott „Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer gegeben“. Das Wort „verunreinigen“ kommt von dem hebräischen „gaal“. Es bedeutet beflecken oder verschmutzen. Er tut alles, um diesen Kompromiss zu vermeiden und sich unbedingt von falschen religiösen Aktivitäten zu distanzieren. Er will nur den wahren Gott anbeten. Und das, was besonders heraussticht, ist das Essen, weil es Teil eines Götzenfestes war. Damit wollen sie nichts zu tun haben.

Und Gott ehrt das: Als die drei Jahre vorbei sind, sind sie gesünder und intelligenter als alle anderen. Gott segnet sie für ihre Kompromisslosigkeit. Später kommt es sie dann doch teuer zu stehen. Daniel landet in einer Löwengrube und Hananja, Asarja und Misael in einem Feuerofen. Satan wird immer versuchen, die wahre Religion zu verunreinigen, indem er Gottes Volk in unheilige Bündnisse mit falschen Religionen hineinzieht. Deshalb müssen wir uns vollständig von allen Formen falscher Religion trennen.

Als ich heute Morgen an meinen Schreibtisch kam, lag dort ein Brief von jemandem, der die römisch-katholische Kirche vertritt und mich fragt, ob ich bereit wäre, mich auf eine öffentliche Debatte mit Theologen dieses Systems einzulassen. Sie haben mir zugehört und wissen, dass ich einige Beschwerden gegen sie habe. Diese würden sie gerne öffentlich diskutieren. Aber in meinen Augen ist sogar das eine Form des Kompromisses. Denn es würden einige Menschen kommen, um mir zuzuhören. Diese wären dann aber gleichzeitig diesen Ideologien ausgesetzt und müssten sich ihre subtilen Aspekte anhören. Das möchte ich vermeiden. Und das werde ich ihnen auch sagen. Ich möchte nichts tun, was Satan die Möglichkeit gibt, Fuß zu fassen und irgendjemanden zu verwirren.

In meiner College-Zeit hatte ich einen Freund, mit dem ich in der Baseballmannschaft unserer Universität spielte. Wir waren gute Freunde, weil wir beide im christlichen Dienst tätig waren. Wir arbeiteten bei „Jugend für Christus“ mit jungen Menschen. Wenn wir als Spieler und Studenten unterwegs waren, hatten wir oft eine tolle Zeit zusammen. Beide spürten wir Gottes Berufung zum Dienst. Dann ging ich zum Talbot Seminary, um bei Dr. Charles Feinberg zu studieren. Er wurde mein Mentor.

Am letzten Freitag hatte ich die Ehre und Freude, bei seiner Beerdigung zu sprechen. Er ist im Alter von 86 Jahren zum Herrn gegangen. Und ich habe den Menschen bei der Beerdigung gesagt, wie sehr er mein Leben geprägt hat. Was ich heute im Dienst Gottes bin, bin ich zum großen Teil wegen ihm.

Mein Freund hingegen besuchte ein liberales Seminar und unsere Wege trennten sich. Drei Jahre später wurde ich Prediger, und er wurde Barkeeper. Sein gesamter Glaube war zerstört. Alles war aus den Fugen geraten und flog frei umher in einem Vakuum aus Chaos und Verwirrung. Ich habe das immer und immer wieder erlebt. Solche Kompromisse sind tödlich für die Wahrheit, weil sie den Menschen ihre Überzeugung nehmen.

Es gab zum Beispiel in Südkalifornien einen sehr bekannten und angesehenen Theologen, der einige beeindruckende Bücher zur Verteidigung des christlichen Glaubens schrieb. Dann aber beschäftigte er sich mit theologischen Irrlehren und war schließlich so verwirrt, dass er sich das Leben nahm. Auch so etwas kommt vor und zeigt einmal mehr, dass wir uns davon fernhalten müssen. Denn Satan ist sehr subtil, wenn es darum geht, uns zu verführen.

Nun, dies war eine lange Einleitung. Aber dasselbe Thema, das wir in 5. Mose und bei Daniel sehen, finden wir auch im 2. Korintherbrief. Die Korinther taten genau das gleiche. Sie gingen zum Tisch des Herrn und zum Tisch der Dämonen. Sie ließen sich auf die Prostituierten im Tempel der Aphrodite ein. Sie gingen zu deren Festen, Zeremonien und Feierlichkeiten und anschließend zum Tisch des Herrn in die Gemeinde. Sie luden sogar falsche Lehrer in die Gemeinde ein, hörten ihnen zu und glaubten ihnen. Paulus stellt fest, dass solche Bündnisse gotteslästerlich sind schreibt ihnen in Vers 14: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“

Damit meint er jegliche geistliche Aktivität. In 2. Timotheus 2 macht er deutlich, dass so etwas wie ein Krebsgeschwür um sich frisst. Man kann sich dem nicht aussetzen, ohne verheerende Folgen zu erleiden. In 2. Timotheus 2,15 sagt Paulus zu Timotheus: „Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, und so den Glauben etlicher Leute umstürzen.“

An anderer Stelle bezeichnet er sie als Gefäße zur Unehre, nicht besser als ein schmutziger Eimer für Ausscheidungen und Müll. Und Timotheus kann nur dann ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, gereinigt und nützlich für den Herrn, wenn er sich von der Gemeinschaft mit solchen Menschen absondert. Dann fährt Paulus fort und sagt in Vers 22: „So fliehe nun die jugendlichen Lüste“. Aber zuerst soll er vor den falschen Lehrern und ihrer falschen Religion fliehen. Er soll sich ihren Irrtümern nicht aussetzen, denn dazu ist Satan viel zu raffiniert. Er würde ihn überlisten und seine Kraft rauben. Deshalb gibt Paulus auch ihm das Gebot, sich nicht mit den Ungläubigen gemein zu machen.

Kehren wir zurück zu unserm Abschnitt in 2. Korinther 7. Hier nennt Paulus fünf Gründe für die Absonderung: Grund Nummer eins ist, dass es irrational ist. In den Versen 14 und 15 sagt er, dass der gesunde Menschenverstand gebietet, dass Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit keine Partnerschaft eingehen können. „Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial – oder Satan – überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen?“ Die Antwort auf alle diese Fragen ist: Nichts. Es ist vollkommen irrational, eine solche Allianz einzugehen.

Zweitens ist es gotteslästerlich. Vers 16: „Wie stimmt der Tempel mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ›Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein‹.“ Wir sind Gottes Tempel. Gott lebt in uns. Gott wandelt in uns. Wir gehören ihm und er gehört uns. Deshalb ist es gotteslästerlich, uns mit Götzen, falscher Religion und dadurch mit Dämonenanbetung einzulassen. Sich damit zu vermischen ist eine Form der Blasphemie.

Drittens ist es ungehorsam. In Vers 17 heißt es: „Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an!“ Dies ist derselbe göttliche Auftrag, den der Herr bereits in Jesaja 52,11 gegeben hatte. Er wird hier nur noch einmal wiederholt. Der Herr sagt: „Trennt euch.“ Und Paulus sagt: „Ich schreibe euch das, weil auch der Herr euch das sagt. Ihr seid aufgerufen, diesem Gebot zu gehorchen.“ Sich nicht von Ungläubigen zu trennen, ist irrational, gotteslästerlich und ungehorsam.

Viertens ist es unrentabel. Es lohnt sich nicht. Denn wenn du dich von Ungläubigen absonderst, dann gilt dir das Ende von Vers 17: „Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“ Wenn du das nicht tust, schneidest du dich selbst von dem Segen ab, ein Kind Gottes zu sein. Hingegen erhält der Christ, der keine Kompromisse eingeht eine große Belohnung und wird reich gesegnet. Weil Gott unser Vater ist, müssen wir als seine Kinder alle unreinen religiösen und geistlichen Bündnisse mit der Finsternis, der Gesetzlosigkeit, der Sünde und Satan ablehnen. Sonst verlieren wir die Freude, die aus einer gehorsamen Gemeinschaft kommt.

Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Jemand, der sich ständig auf solche Bündnisse einlässt, offenbart damit möglicherweise, dass er gar kein Kind Gottes ist und nie wirklich von seinen Sünden befreit wurde. Aber diejenigen von uns, die Kinder Gottes sind, verstehen, dass wir uns auch wie seine Kinder verhalten müssen. Wir müssen heilig sein und uns Gott weihen. Diesen Befehl nicht zu befolgen, ist in jeder Hinsicht töricht. Es ist irrational, gotteslästerlich, ungehorsam und lohnt sich nicht.

Und zu guter Letzt ist es undankbar. Kapitel 7,1 gehört noch zu unserem Abschnitt dazu. Dort heißt es: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“ Dieser großartige Vers beinhaltet die Lehre der fortschreitenden Heiligung. Allein darüber könnte ich sechs Monate lang predigen. Aber das werde ich nicht tun; auch wenn hier so viel drin steckt, das geborgen werden könnte. Aber für heute möchte ich einfach in unserem Kontext bleiben.

Der letzte Grund den uns Paulus gibt, warum wir uns von Ungläubigen absondern sollen, sind die Verheißungen, die damit verknüpft sind. Er zieht die logische Schlussfolgerung aus allem, was er bisher gesagt hat und schreibt: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, so wollen wir uns reinigen.“ Damit verweist er nicht auf das Gebot, sondern auf die Verheißung.

In Vers 14 beruft er sich auf ein Gebot: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ So auch in Vers 17: „Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab und rührt nichts Unreines an“. Diesen Geboten sollen wir aus einem gesunden Respekt vor Gottes Züchtigung gehorchen. Aber nun geht er über die Gebote hinaus und schreibt: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte - “. Verheißungen sollten Liebe und Dankbarkeit hervorrufen. Wir sollten überwältigt sein von solcher Großzügigkeit, solchen gnädigen Privilegien, solcher Barmherzigkeit und solch großem Segen.

Damit werden diese Verheißungen zum letzten Grund, warum wir diesem Gebot gehorchen sollen. Zum Beispiel lesen wir, dass wir der Tempel des lebendigen Gottes sind und Gott verspricht: „Ich werde in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und ich werde ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Dann sagt er: „Ich werde euch willkommen heißen, ich werde euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein“. Das sind Verheißungen, in denen er uns verspricht, in uns zu wohnen und zu wandeln. Er verspricht, dass er unser Gott sein wird, und wir sein Volk. Er verspricht, dass er uns wie Kinder umarmen wird und ein Vater für uns sein wird.

In den beiden Versen 16 und 18 gibt er sieben unterschiedliche Verheißungen. Und wenn wir diese Verheißungen verstehen, meine Lieben, dann wollen wir uns reinigen. Es ist ein Aufruf zu Gottes Güte und Barmherzigkeit. Er ähnelt dem bekanntesten Aufruf aus Römer 12, wo Paulus sagt: „Ich ermahne euch, eure Leiber darzubringen als ein lebendiges und heiliges Opfer.“ Auch dort ruft er zur Trennung und Absonderung auf.

„Heilig“ bedeutet für Gott abgesondert. Pass dich nicht dieser Welt an. Wenn du dich von der Welt absonderst und bei ihrem System nicht mehr mitmachst, dann wirst du durch die Erneuerung deines Sinnes verwandelt. Du bringst dich als ein abgesondertes, für Gott annehmbares Opfer dar. Und Paulus ermahnt auch dich, das zu tun. Und die Grundlage dafür nennt er in Römer 12: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes.“ Aufgrund der Barmherzigkeit Gottes fleht er sie an. Was ist die Barmherzigkeit Gottes? Das sind alle barmherzigen Segnungen, die Gott uns in der Erlösung schenkt und worüber Paulus in den ersten elf Kapiteln des Römerbriefs gesprochen hat.

Kannst du kein abgesondertes Leben führen, wenn Gott dich doch souverän geliebt und dich vorherbestimmt hat? Wenn er dich mit dem Evangelium gerufen und dich gerechtfertigt hat? Wenn er dich und dein Leben erneuert und dir den Heiligen Geist geschenkt hat? Wenn er dir mit den Heiligen ein Erbe gibt, so dass du Miterbe Jesu Christi bist? Wenn er dir den Himmel verheißen hat und das ewige Leben und Heilsgewissheit? All das ist reine Gnade, denn du hast nichts davon verdient. Kannst du nun auf der Grundlage all dieser Segnungen nicht wenigstens ein abgesondertes Leben führen? Wenn du das nicht kannst, bist du ganz offensichtlich undankbar.

Petrus macht denselben Aufruf in 2. Petrus 1,3. Das ist einer meiner Lieblingsabschnitte der Schrift. „Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.“

Hier ist Gott, der uns durch seine eigene Herrlichkeit Jesus Christus erkennen ließ. Und im Evangelium gab er uns kostbare und großartige Verheißungen, die uns zu Teilhabern der göttlichen Natur gemacht haben und uns dazu gebracht haben, dem Verderben zu entfliehen, das in der Welt herrscht. So gnädig und barmherzig war Gott. Und aus diesem Grund sagt Petrus in Vers 5: „Bemüht euch in eurem Glauben, und ergänzt ihn durch moralische Vortrefflichkeit.“ Er fordert seine Leser auf, dieses vortreffliche Leben zu leben. Wenn sie doch alle diese großartigen Verheißungen bekommen haben, wie könnten sie dann nicht mit Gehorsam antworten?!

Genau darum geht es auch in unserem Text im 2. Korintherbrief. Kehren wir noch einmal dorthin zurück. Paulus hätte es nicht noch klarer sagen können. „Weil wir diese Verheißungen haben, Geliebte.“ „Geliebte“ ist ein Kosename. Aber Paulus setzt auch Grenzen dafür, wer an diesen Verheißungen teilhat. Das sind nur Gottes Geliebte. Es sind nur diejenigen, die in Christus angenommen sind. Paulus verwendet diesen Begriff gerne; und bezieht sich im ersten und zweiten Korintherbrief jeweils zweimal auf die Gläubigen. Es ist ein Ausdruck zärtlicher Zuneigung, aber auch ein Mittel, den Verheißungen Grenzen zu setzen.

Als Geliebte — die diese Verheißungen empfangen haben — wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit in der Furcht Gottes vollenden. Könnten wir aus purer Dankbarkeit weniger tun?! Die Tatsache, dass uns solche erstaunlichen Gnaden und Verheißungen gegeben werden, sollte uns so überzeugen, dass wir nur mit Dankbarkeit darauf reagieren können. Außerdem hasst Gott ein undankbares Herz. In Römer 1,21 richtet Gott alle ungläubigen Menschen, weil sie ihn nicht als Gott geehrt haben. Er gießt seinen Zorn über sie aus, weil sie nicht dankbar waren.

Die Undankbarkeit eines Ungläubigen beleidigt Gott und er wird ihn deswegen zum Gericht verurteilen. Um wie viel mehr würde dann die Undankbarkeit eines Gläubigen ihn beleidigen, dem er alles gegeben hat, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient? Für einen undankbareren Christen muss es schlimmer als für alle anderen sein, die vor dem gnädigen Gott stehen werden. Undankbarkeit gegenüber dem Einen, der uns so viel gegeben hat, ist gravierend!

In Kolosser 2,7 drückt der Apostel Paulus aus, dass wir von Dankbarkeit überfließen sollten. Diese Dankbarkeit hat einen negativen und einen positiven Aspekt. Der negative Aspekt wird in 2.Korinther so beschrieben: „So wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes“. Wir müssen uns reinigen. Natürlich ist die Reinigung Gottes Werk, aber sie geschieht nicht ohne uns. Es ist wie in Philipper 2,12: „Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen bewirkt nach seinem Wohlgefallen.“ Gott wirkt, aber auch wir müssen daran arbeiten. Unsere Reaktion ist gefordert. Wir müssen handeln, um jede Undankbarkeit zu vermeiden.

Paulus verwendet hier ein sehr wichtiges Wort für „Verunreinigung“ oder „Befleckung“. Es kommt im Neuen Testament nur einmal vor. Es ist „molusmos“, ein besonderes Wort für Verunreinigung. In der Septuaginta wird es dreimal verwendet und bezieht sich immer auf religiöse Verunreinigung. Es meint nicht nur die Verunreinigung durch Unmoral, Lügen, Betrug oder Begierde, sondern religiöse Verunreinigung durch Götzen, Götzenfeste, Tempelprostituierte, Opfer, oder Festtage. Es ist eine religiöse Verunreinigung. „Lasst uns uns von aller religiösen Verunreinigung reinigen“, von allen unheiligen Bündnissen mit falscher Religion, Irrtum oder sogar Ketzerei.

Und dann benutzt er die Formulierung: „Befleckung des Fleisches und des Geistes“. Es könnte ein Ausdruck sein für Befleckung, die „vollständig“ oder „innerlich und äußerlich“ ist. Aber ich glaube, es steckt mehr dahinter, nämlich dass falsche Lehren und falsche Religionen das Fleisch verunreinigen können, indem sie den menschlichen Begierden nachgeben. Dabei denke ich an die Anfänge des Mormonismus. Der Mormonismus wuchs vor allem aufgrund seiner pervertierten Sichtweise über Sexualität. Denn mit seiner Polygamie bot er eine großartige Möglichkeit, eine Menge lüsterner Männer für diese Religion zu gewinnen.

Und natürlich verspricht der Mormonismus auch, dass der Gipfel erreicht sei, wenn man stirbt. Und wenn man ein ordentliches mormonisches Leben geführt und die richtigen mormonischen Hürden genommen habe, dann werde man eines Tages einen eigenen persönlichen Planeten bewohnen, auf dem man zusammen mit dem ewigen Ehepartner für immer himmlischen Sex haben werde. Das sind die Wurzeln des Mormonismus, und so verkauften sie das System in der Anfangszeit. Das unterscheidet sich rein gar nicht von den alten Formen der Religion mit Tempelpriesterinnen, die als Prostituierte fungierten. Es gibt falsche Religionen, die dem Fleisch nachgeben.

Zum Beispiel könnte ein Christ in der Gemeinde von Korinth sagen, dass er nur zu den Götzenfeste gehe, weil seine Schwiegermutter es wolle. Und er würde bei den schlimmen Sachen nicht mitmachen und auch nicht mitessen. Der einzige Grund, weshalb er hingehe, sei, weil er seine Familie für Christus gewinnen wolle. Das ist ein netter Gedanke, aber Tatsache ist, dass falsche Religion Fleisch und Geist verunreinigt. Sie dringt über die menschlichen Begierden in den Verstand ein und verunreinigt das Verständnis, das Denken und die Wahrheit.

Und selbst wenn ein Christ die Verunreinigung durch fleischliche Sünden wie Trunkenheit, Sex oder Völlerei vermeiden kann, kann er es sich trotzdem nicht leisten, seinen Verstand den Lügen Satans auszusetzen. Denn während sein Körper der unmittelbaren Verunreinigung entkommen mag, wird sein Geist durch die teuflischen Ideologien und Lästerungen verunreinigt und verdorben. Sie greifen die Reinheit der göttlichen Wahrheit an und beleidigen und lästern Gottes Namen.

Deshalb sagt Paulus: „Reinigt euch von all dem –“ und dann kommt das Positive – „zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“ Epiteleō ist vollenden. Teleō bedeutet beenden. Jesus benutzte dieses Wort, als er am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht.“ Epiteleō ist ein zusammengesetztes Verb und bedeutet „vollständig beenden“. Nicht nur beginnen, sondern vollenden. Damit fordert Paulus die Korinther auf, das Ziel der Heiligkeit mit der richtigen Haltung und der Ehrfurcht vor Gott zu verfolgen. Strebt nach Heiligkeit. Was ist Heiligkeit? Heiligkeit ist Absonderung, Trennung. Sie sollen danach streben, sich von allem abzusondern, was sowohl ihren Körper als auch ihren Geist verunreinigt. Stattdessen sollen sie nach Heiligkeit streben, nach Christus, der die vollkommene Heiligkeit verkörpert.

Das meint Paulus, als er sagt: „Ich jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ Der Preis der himmlischen Berufung ist unsere Ähnlichkeit mit Christus. Und danach strebt Paulus. Er strebt nach der Heiligkeit Christi. In Römer 8,28 schreibt er: „Wir sind dazu vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden“. Und Johannes schreibt in 1. Johannes 3: „Wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden.“ Eines Tages werden wir ihm ähnlich sein. Das ist unser Streben. Der Grund dafür ist, dass wir Gott fürchten und Ehrfurcht vor ihm haben. Unser Motiv ist Anbetung. Es bedeutet nicht, dass wir Angst vor Gott haben. Sondern es bedeutet, dass wir eine heilige und gesunde Achtung vor ihm haben, weil wir wissen, dass er ein heiliger Gott ist. Und wenn wir zu ihm gehören, müssen wir ein heiliges Volk sein.

Geh zurück zu 3. Mose 20-22. Dort heißt es: „Ich bin der Herr, euer Gott. Ich bin der Herr, euer Gott. Ich bin der Herr, dein Gott.“ Immer und immer wieder wiederholt er das. Und deshalb musst du gehorchen, gehorchen und nochmal gehorchen. Du musst dich absondern, du musst rein sein, du musst heilig sein, denn ich bin der Herr, dein Gott. Wenn du dich mit mir identifizierst, identifizierst du dich mit Heiligkeit. Und wenn du mich respektierst, mich ehrst und mich liebst, wirst du nach Heiligkeit streben.

In Matthäus 5,48 steht: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Strebe nach dieser Vollkommenheit. Strebe nach dieser Tugend. Strebe nach dieser Heiligkeit, die sich in Jesus Christus manifestiert. In 3. Mose 20,26 heißt es: „Ihr sollt mir heilig sein, denn ich, der Herr, bin heilig, der ich euch von den Völkern abgesondert habe, damit ihr mir angehört!“ Und in Kapitel 21 sagt er: „Ich, der Herr, der euch heiligt, bin heilig, und ihr sollt heilig sein“. Und so geht es immer weiter. Heiligung geschieht aus Respekt vor Gott. Es geschieht aus Ehrfurcht vor ihm und weil wir ihn verehren. Unser Streben nach Heiligkeit ist ein Akt dankbarer Anbetung.

Der letzte Punkt war, dass Ungehorsam gegenüber dem Gebot der Absonderung Undankbarkeit ist. Und wir wollen nicht undankbar sein. Weil Gott uns so großartige Verheißungen gegeben hat, reinigen wir uns von allen religiösen Verunreinigungen und sondern uns vollständig davon ab. Denn eine solche Absonderung ist charakteristisch für Gott; denn Gott selbst ist völlig getrennt vom Bösen und allen falschen Lehren. Stattdessen streben wir nach Gottes Vollkommenheit, die sich in Jesus Christus manifestierte, der von Sündern getrennt, heilig, unschuldig und unbefleckt war. Und dies tun wir aus Ehrfurcht vor Gott, der uns so gnädig war. Neigen wir uns zum Gebet.

Unser Vater, wir erinnern uns an die Worte aus den Sprüchen, wo der Verfasser sagt: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit.“ Weisheit beginnt, wenn wir dich ehren. Ganz gleich, was wir sonst noch wissen mögen, wir sind Narren, wenn wir dich nicht ehren. Darum möchten wir dich mit dankbaren Herzen für die kostbaren Verheißungen ehren, die du uns gegeben hast. Du hast uns verheißen, dass du in uns sein und in uns wandeln wirst und dass du unser Gott sein wirst und wir dein Volk sein werden. Dass du uns umarmen, willkommen heißen und annehmen wirst, dass du unser Vater sein wirst und wir deine Söhne und Töchter sein werden.

O Vater, danke, dass all das in Christus Wirklichkeit ist. Und aufgrund dieser kostbaren Verheißungen wollen wir uns von aller Verunreinigung reinigen und eine heilige Trennung von allem anstreben, was dich entehrt und uns verunreinigt. Danke für dieses klare und eindeutige Wort aus der Schrift. Und nun, Herr, hilf uns durch deinen Heiligen Geist, es in allen Bereichen unseres Lebens anzuwenden, in denen wir zum Gehorsam aufgerufen sind.

Gleichzeitig, Herr, gib uns Barmherzigkeit für die Menschen, die in bösen Systemen gefangen sind. Mögen wir sie herausreißen, wie wir einen Scheit aus dem Feuer reißen würden, ohne zu nah ans Feuer zu kommen und ohne uns selbst in Gefahr zu bringen. Nur nah genug, um ihnen das Evangelium zu bringen und sie herauszureißen. Hilf uns, uns in acht zu nehmen, damit wir uns nicht verbrennen, wenn wir zu nahe kommen. Und, Herr, wir wissen, dass du unsere Treue ehren wirst, wenn wir uns bemühen, dies zur Ehre deines Sohnes zu leben. Amen.

ENDE

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