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Seit vielen Monaten beschäftigen wir uns nun schon mit dem 2. Korintherbrief. Es ist ein wunderbarer Brief, den Paulus an die Korinther geschrieben hat. Mittlerweile sind wir in Kapitel 6. Wir gehen systematisch das Wort Gottes durch und legen dabei den Schwerpunkt auf die Bücher des Neuen Testaments. Denn jedes Wort der Schrift ist rein, jedes Wort kommt aus dem Herzen Gottes, jedes Wort ist für uns zugleich ein Schatz und eine Verantwortung. Und es dient unserer Erbauung und unserem Gehorsam.

Unser heutiger Abschnitt beginnt in 2. Korinther 6,14 und geht bis Kapitel 7,1. Er handelt davon, sich von Ungläubigen abzusondern. Es ist eine sehr klare und hilfreiche Schriftpassage. Sie ist unter Christen recht bekannt, wird aber im Gemeindeleben oft nicht sehr gut ausgelegt und angewandt. Dies ist die dritte Predigt in dieser Reihe; wenn du zum ersten Mal hier bist, kannst du gerne die gesamte Reihe anhören.

Unser spezieller Text wird in Vers 14 mit den Worten eingeleitet: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit den Ungläubigen!“ Das setzt den Kontext vor für alles, was folgt. Und was folgt, ist eine Reihe von fünf Gründen, warum dieser Grundsatz tatsächlich befolgt werden sollte. Heute Morgen werden wir uns anschauen, wie Paulus sein Gebot begründet. Nächsten Sonntag werde ich dann zum Ende kommen mit diesem Thema.

Ich möchte mit einer kleinen Einleitung beginnen, um dir einen Vorgeschmack zu geben: Der Glaube an Christus führt zu einer vollständigen Verwandlung unseres gesamten Wesens. Die Bibel nennt Christen „neue Geschöpfe“. Sie sagt: „Das Alte ist vergangen, alles ist neu geworden.“ Wenn jemand Christ wird, wenn er wiedergeboren wird, wenn er durch den Glauben an Jesus Christus verwandelt wird, betritt er eine völlig andere Sphäre als die Unverwandelten, die Unerneuerten, die Nichtchristen.

Als Christen haben wir andere Gedanken, andere Werte, andere Maßstäbe, andere Überzeugungen, andere Gefühle, andere Prinzipien, andere Motive, andere Ziele, andere Einstellungen, und eine andere Hoffnung. Wir betrachten das Leben aus einer völlig anderen Perspektive als Ungläubige. Es ist ein radikaler Unterschied, und zwar so radikal, dass die Gemeinschaft, Harmonie und Beteiligung an Unternehmen mit Ungläubigen bestenfalls oberflächlich sein kann.

Wir mögen oberflächlich betrachtet zwar äußerlich gemeinsame Dinge teilen. Wir mögen ein gemeinsames Land und die gemeinsame Gesellschaft genießen. Wir haben vielleicht die Familie, den Beruf, Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen gemeinsam. Wir sind uns vielleicht in natürlichen Vorlieben und Abneigungen einig. Aber wenn man tief ins Innere blickt, ist der Unterschied wirklich radikal. Tatsächlich ist es nicht nur ein Unterschied, sondern ein krasser Gegensatz. Der Gläubige und der Ungläubige sind sich im Herzen so diametral entgegengesetzt, dass ausschließlich eine oberflächliche Beziehung möglich ist.

Für den Gläubigen ist Jesus Christus Gott. Er ist Retter, er ist Herr, er ist Meister, er ist Gegenstand aller Liebe und verdient alle Ehrfurcht. Für den Ungläubigen mag Christus ein Mensch sein, den er mit Gleichgültigkeit und Ungehorsam behandelt. Für den Gläubigen ist es das Wichtigste, zur Ehre Gottes zu leben, und die Ehre Jesu Christi zu fördern. Das ist unsere höchste Pflicht. Für den Ungläubigen hingegen ist sein Ich alles. Sein Leben ist bestimmt von der Befriedigung, dem Wohlbefinden und dem Erfolg dieses Ichs. Das sind zwei diametral entgegengesetzte Sichtweisen.

Und das schränkt unsere Beziehungen stark ein. Es ist wichtig, das zu erkennen und darüber zu sprechen. Aber in diesem Text kommt etwas noch Bedeutenderes zur Sprache. In Vers 15 heißt es: „Was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen?“ Laut dieser Aussage können wir mit Ungläubigen nur oberflächliche Beziehungen haben. Der ganze Schwerpunkt dieses Textes liegt darauf, dass wir uns nicht mit Ungläubigen in gemeinsamen geistlichen oder religiösen Unternehmungen engagieren. Es geht um die absolute Unvereinbarkeit, ja sogar Unverträglichkeit von Gläubigen und Ungläubigen, in Bezug auf die gemeinsame Ausübung von Gottesdienst, Seelsorge, theologischer Lehre oder Evangelisation.

Eigentlich sollte es für uns offensichtlich sein, dass es keine Vereinbarkeit gibt. Aber tatsächlich ist es das nicht. Gläubige und Ungläubige können zwar zusammen spielen, arbeiten, lernen, bestimmte Dinge zusammen planen, zusammen essen und ein gewisses Maß an Freundschaft pflegen. Aber sobald es um geistliche und religiöse Themen geht, die mit Anbetung, Dienst, Lehre und Evangelisation zu tun haben, gibt es keine Partnerschaft mehr. Es gibt weder Harmonie noch eine gemeinsame Basis und darum kann es keine Gemeinsamkeit geben.

Leider wurde genau dieses Prinzip in Korinth verletzt. Weil wir schon darüber gesprochen haben, möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Die Korinther gingen bei den Götzenfesten zu dem, was Paulus in 1. Korinther 10,21 als den „Tisch der Dämonen“ bezeichnet. Sie gingen sogar zur Akropolis von Korinth, wo es tausend Prostituierte gab, die Priesterinnen waren. Sie verbanden Christus mit einer Hure, wie Paulus es in 1. Korinther 6 ausdrückt und anschließend gingen sie dann zum Gottesdienst in die Gemeinde. Sie waren in heidnische Gottesdienste verwickelt. Hinzu kam, dass sie die Türen der Gemeinde geöffnet und falsche Lehrer hereingelassen hatten. Sie empfingen diese falschen Lehrer mit offenen Armen; glaubten und folgten ihnen.

Das waren einige Punkte, in denen sie gegen diesen Grundsatz verstoßen hatten. Erstens hatten sie sich in der Welt auf heidnische Gottesdienste eingelassen. Und zweitens hatten sie zugelassen, dass heidnische Gottesdienste zu ihnen hineinkamen. Genau darum geht es hier. Wenn Paulus sagt: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“, dann meint er damit, mit Ungläubigen an heidnischen Gottesdiensten teilzunehmen oder Ungläubige an den wahren Gottesdiensten teilnehmen zu lassen. Dieses Prinzip ist so offensichtlich und klar, dass man es gar nicht übersehen kann. Und trotzdem hat die Gemeinde es lange Zeit übersehen. Sie öffnete im Laufe ihrer Geschichte ihre Türen für falsche Lehrer und ließ sie hereinkommen. So konnten diese ihr Werk tun, das wie ein „Krebsgeschwür“ wirkt; so drückt Paulus es aus. Es verunreinigt den Verstand der Menschen und zerstört ihren Glauben. Und auch heute noch öffnen Gemeinden ihre Türen weit für solche falschen Lehren.

Tatsächlich bemüht sich die Gemeinde heute sehr, sich in die Kultur zu integrieren. Sie definiert sich auf kultureller Ebene neu, damit sich Ungläubige dort wohlfühlen. Angesichts dieses Prinzips ist das eine unvorstellbare Strategie. Zum Beispiel hatten Evangelisten im Lauf der Jahre das Gefühl, dass sie in einer Stadt erfolgreicher sein könnten, wenn sie sich mit den römisch-katholischen Christen und den theologischen Liberalen dieser Stadt zusammentun würden. Sie gingen dann eine gemeinsame evangelistische Zusammenarbeit ein und das angeblich nur, um die Stadt zu evangelisieren.

Es gab Christen, die an theologische Fakultäten und verschiedene Institutionen gingen. Dort arbeiteten sie mit Ungläubigen Seite-an-Seite, die die Irrtumslosigkeit und Autorität der Schrift und manchmal auch die Gottheit Jesu Christi leugneten. Manche lehnten die Lehre von der Erlösung aus Gnade allein durch den Glauben und alle damit verbundenen Lehren ab. Die Gläubigen standen Seite-an-Seite mit diesen Menschen in derselben Institution und bemühten sich, ein geistliches Werk zu vollbringen. Und gleichzeitig waren sie mit denen verbunden, die sich einer dämonischen Lehre verschrieben hatten.

Das sind die Themen, um die es in diesem Text geht. Gemeint sind kooperative Evangelisation, kooperative Bildungsbemühungen in theologischen und sogenannten christlichen Schulen und Seminaren, sowie Verbindungen mit Gemeinden, die von Liberalen geleitet werden, und genau die Wahrheiten leugnen, die man selbst bekräftigt. Die Leute fragen mich ständig: „Ich bin in einer liberalen Gemeinde, was soll ich tun?“ Ich antworte immer: Geh sofort raus. Manchmal sagen mir Leute: „Ich habe Christus hier kennengelernt und bin in der katholischen Kirche, was soll ich tun?“ Auch ihnen antworte ich: Verlasse diese Kirche sofort. Die Aussage dieses Textes könnte nicht klarer sein. „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ Auch in diesem Fall ist der Kontext ein Kontext geistlicher Unternehmungen, geistlicher Aktivitäten, Anbetung, Lehre, Evangelisation und Dienst.

Das ist heute weit verbreitet. Der Evangelikalismus breitet sich immer weiter aus und möchte die Kultur umarmen und ihr ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Er möchte das römische System wieder umarmen und es angenehm machen, möchte den Liberalismus umarmen und er möchte die falschen Lehrer umarmen, die überall zu finden sind. Und wir, die wir versuchen, dies in Frage zu stellen, werden als Feinde der Einheit der Gemeinde angesehen. Dabei wird doch das Christentum korrumpiert, weil es diesem Prinzip gegenüber Kompromisse eingeht und ungehorsam ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir dieses Prinzip verstehen! und hören, was der Geist Gottes dazu zu sagen hat.

Kehren wir zu Vers 14 zurück und erinnern uns an das Gebot, das den Kern dieses Textes bildet: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ Wir haben gesehen, dass Paulus dieses Bild des ungleichen Jochs aus dem 5. Buch Mose heranzieht, wo Gott den Kindern Israels vorschreibt: „Spann nicht einen Ochsen und einen Esel zusammen vor den Pflug, sonst kannst du keine gerade Furche ziehen.“ Diese beiden Tiere haben völlig unterschiedliche Naturen. In unserem Fall geht es um ein gemeinsames geistliches Unterfangen, und man kann einen Gläubigen nicht mit einem Ungläubigen verbinden und ein gottgefälliges Ziel erreichen. Man wird nur vom wahren Willen Gottes abweichen und unweigerlich die Gläubigen verderben, die sich auf eine solche unheilige Allianz einlassen. „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“

Dafür gibt es fünf Gründe, fünf Motive. Mit denen habe ich letztes Mal nur kurz begonnen. Zunächst einmal ist eine solche Partnerschaft irrational. Das möchte Paulus mit seinen rhetorischen Fragen aufzeigen. Denn eigentlich sind die negativen Antworten schon impliziert und selbstverständlich. In Vers 14 fragt er: „Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat Licht für Gemeinschaft mit Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen?“

All diese rhetorischen Fragen sollen die Irrationalität einer Verbindung zwischen Gläubigen und Ungläubigen in irgendeinem geistlichen Unternehmen aufzeigen. Die Antwort darauf ist offensichtlich. Deshalb nennen wir sie Axiome. Ein Axiom ist eine selbstverständliche Wahrheit. Es ist offensichtlich, dass Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit keine Partner sein können. Licht und Finsternis können keine Gemeinschaft bilden. Christus und Satan können nicht zusammenarbeiten. Und Gläubige und Ungläubige haben geistlich nichts gemeinsam. Es ist absolut irrational, dies zu tun. Mit anderen Worten sagt dir schon der gesunde Menschenverstand, dass dies kontraproduktiv ist. Und der Prophet Amos fragte: „Wie können zwei zusammen gehen, wenn sie sich nicht einig sind?“

Zweitens, ist es nicht nur irrational, sich mit Ungläubigen in irgendeinem geistlichen Unternehmen zu verbinden, es ist auch gotteslästerlich. Und das ist ein weitaus gewichtigeres Argument als das erste. Beachte Vers 16: „Wie stimmt der Tempel Gottes mit den Götzenbildern überein?“ Die Antwort lautet: überhaupt nicht. „Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ›Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.‹“

Ich sagte schon letztes Mal, dass jede falsche Religion Teufelsanbetung ist. Ein Götze ist nichts. Aber hinter diesem „Nichts“ steht ein Dämon, der sich als Gottheit ausgibt. Darum ist die Verehrung von Götzen oder die Verehrung jeder falschen Religion nichts anderes als die Verehrung von Dämonen. Der Apostel Paulus nennt sie gegenüber Timotheus Dämonenlehren, die von verführerischen Geistern durch heuchlerische Lügner verbreitet werden. Das alles ist Teil der satanischen Täuschung, die von dem kommt, der sich als Engel des Lichts verkleidet und die Menschen durch die Religion verdammen will.

Alle falschen Religionssysteme sind dämonisch. Darum sagt Paulus zu den Korinthern in 1. Korinther 10: „Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämonen essen.“ Man kann nicht hin und her pendeln. Das ist Gotteslästerung. Und der Grund dafür ist, dass sie der Tempel des lebendigen Gottes sind. Ich liebe den Ausdruck „der lebendige Gott“. Paulus verwendet diesen Ausdruck gerne, wenn er über Götzen spricht und stellt ihn den toten Götzen gegenüber. „Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes.“ Sie können keine Götzen in Gottes Tempel bringen. Letztes Mal sahen wir, was Hesekiel passiert ist. Er sah die Götzen im Tempel Gottes. Und Gott verließ den Tempel, und „Ichabod“ wurde auf den Tempel geschrieben.

Man kann auch nicht den Tempel Gottes nehmen und ihn in einen Tempel der Götzen bringen. Das haben wir in 1. Samuel 4 gesehen, wo die Philister die Bundeslade nahmen und sie in den Tempel des Fischgottes Dagon stellten. Und Gott stürzte Dagon um, schlug ihm den Kopf und die Hände ab und brachte eine Mäuseplage über die Bevölkerung, die den schwarzen Tod brachte. Und diejenigen, die nicht starben, wurden von Tumoren befallen. Man kann den Tempel Gottes nicht nehmen und in einen Götzentempel stellen, und ebenso wenig kann man ein Götzenbild in den Tempel Gottes stellen. Sie können nicht koexistieren.

Die Griechen und Römer hatten natürlich ihre Pantheons. Hier brachten sie alle ihre Götter zusammen. Aber wir haben niemanden außer dem wahren, lebendigen Gott. Und ein Götzenbild in den Tempel Gottes zu bringen, bedeutet, seinen Namen zu entweihen und zu lästern. Und Gottes Tempel zu nehmen und ihn in einen Götzentempel zu stellen, bedeutet dasselbe. Auch die Korinther waren der Tempel Gottes. Und sie gingen in einen Götzentempel und aßen dort. Sie nahmen an Festen teil und manchmal auch an den sündigen Praktiken, die dort vor sich gingen. Sie nahmen falsche Lehrer auf, die in Wirklichkeit satanisch waren; diese brachten sie in die Gemeinde, die doch der gemeinschaftliche Tempel Gottes war. Und sie gaben ihnen einen Platz, damit sie lehren und Einfluss nehmen konnten. Das sind gotteslästerliche und frevlerische Handlungen.

Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes und als solcher dürfen wir nichts mit Götzen und Götzendienst zu tun haben. Das Gebot wird also in erster Linie durch unsere Vernunft und Ehrfurcht gestützt. Sich in irgendeiner geistlichen Unternehmung mit Ungläubigen zu verbinden, ist irrational und gotteslästerlich. Manchmal sagen mir Leute: „Weißt du, ich bin zu Christus gekommen. Und nun gehe ich immer zuerst zum Gottesdienst in der katholischen Kirche oder meiner alten liberalen Kirche oder meiner alten Sekte und anschließend komme ich hierher.“ Genau das taten die Korinther. Doch genau das verbietet Paulus hier, weil es irrational und gotteslästerlich ist. Als du zu Christus gekommen bist, wurdest du zum Tempel des lebendigen Gottes. Und du kannst nicht den Tempel des lebendigen Gottes nehmen und in einen Götzentempel — in eine dämonische Umgebung — stellen, ohne den Namen Gottes zu entweihen.

Nun kommen wir zum dritten Punkt. Sich mit Ungläubigen zu verbinden ist ungehorsam. Es ist nicht nur irrational und gotteslästerlich, sondern auch ungehorsam. Das macht Vers 17 ganz deutlich, denn dort heißt es: „Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an!“ Das ist ein direkter Befehl. Wer sich also mit falschen Religionsvertretern verbindet, begeht direkten Ungehorsam. Das Wort „darum“ ist ein sehr wichtiges Bindewort. Darum, weil ihr Gottes Tempel seid, wie es in Vers 16 heißt, da Gott in euch wohnt, da ihr sein Eigentum seid, „darum sondert euch von ihnen ab.“

Wenn du dir bewusst wirst, dass der lebendige und allmächtige Gott in dir wohnt, wenn du dir der unaussprechlichen Gnade und dem Privileg der ständigen Gemeinschaft und Kraft des in dir wohnenden Heiligen Geistes bewusst wirst, dann lässt dir der Souverän, der in dir wohnt, keine andere Wahl, als deinem König zu gehorchen. Und dein König sagt: Trenne dich, sondere dich ab. Es kommt überhaupt keine andere Option in Frage. Gott hat dies hier in Vers 17 ausdrücklich geboten. Paulus spricht für Gott und sagt ihnen: Geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, und rührt nichts Unreines an.

Der alttestamentliche Prophet Jesaja bringt im Prinzip den Gleichen Gedanken mit fast denselben Worten zum Ausdruck. Der Apostel Paulus kannte die Schriftstelle in Jesaja wahrscheinlich sehr gut. Sie passt genau dazu. Es kann sogar sein, dass Paulus sie im Sinn hatte, als er den 17. Vers schrieb. In Jesaja 52,7 erhält der Prophet Jesaja eine Offenbarung von Gott über die kommende Erlösung. Er sagt: „wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt, der gute Botschaft bringt, der das Heil verkündigt, der zu Zion sagt: Dein Gott herrscht als König!“ Mit anderen Worten: Wie wunderbar ist es, wenn jemand kommt und das Evangelium predigt.

Es geht weiter in Vers 8: „Da ist die Stimme deiner Wächter! Sie werden ihre Stimme erheben und miteinander jauchzen; denn mit eigenen Augen werden sie es sehen, wenn der Herr wieder nach Zion kommt. Ihr Trümmer Jerusalems, freut euch und frohlockt miteinander! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst! Der Herr hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen aller Heiden; und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen!“ Er spricht von einer Zeit, in der Gott den Erlöser senden wird, das Evangelium gepredigt und Israel gerettet werden wird.

Nun kommen wir zu Vers 11: Wenn das geschieht, sagt er, dann „Weicht! Weicht! Geht hinaus von dort! Rührt nichts Unreines an! Geht hinaus aus ihrer Mitte! Reinigt euch“. Und es gibt eine sehr ähnliche, wenn nicht sogar parallele Stelle, die Paulus im Sinn hat und auf die er sich sozusagen stützt. Das ist 2. Korinther 6. Dort heißt es, dass sie einen klaren Schnitt machen sollen, wenn die Erlösung kommt. Dann sollen sie an ihren götzendienerischen Festen und Mahlzeiten nicht mehr teilnehmen. Ein klarer Schnitt ist notwendig.

Es kann sein, dass sie in der Lage gewesen wären, die offensichtliche Sünde der Prostitution oder der Völlerei und des Erbrechens oder die offensichtliche Sünde der Trunkenheit und Ausschweifung und böser Rede zu meiden. Doch selbst wenn sie all das gemieden hätten, hätten sie allein durch ihre Anwesenheit in dieser Umgebung nicht vermeiden können, dass sie durch falsche Anbetung und falsche Lehre verunreinigt wurden. Denn es wäre ein Angriff auf ihre alleinige Hingabe an die Wahrheit. Sie mussten einen klaren Schlussstrich ziehen unter das, was wie ein Krebsgeschwür frisst. Es ist ein Ruf an Israel in der Zeit seiner Erlösung, die spätestens dann geschehen wird, wenn der Messias kommt und die Nation rettet. Und unabhängig davon, wann dies in der Geschichte geschieht, wird es zu einem Ruf an die Korinther und alle die glauben.

Vom Moment deiner Erlösung an musst du einen klaren Schnitt machen, insbesondere dort, wo es um falsche Religion geht. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht an Ungläubige wenden. Wir sind beauftragt, in die Welt zu gehen und allen Geschöpfen das Evangelium zu predigen. Wir müssen allen Menschen alles werden, damit wir sie auf irgendeine Weise retten können. Wir sind hier auf diesem Planeten, damit wir die Verlorenen erreichen, sie lieben und zu Christus bringen können. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns von einem ungläubigen Ehepartner scheiden lassen müssen. Es bedeutet auch nicht, dass wir alle Verbindungen und Beziehungen zu Ungläubigen abbrechen müssen.

Es bedeutet vielmehr, dass wir uns von jeder Form falscher Religion distanzieren. Wir beteiligen uns nicht daran und lassen nicht zu, dass es neben uns existiert, als würden wir es akzeptieren. Dürfen also Ungläubige nicht in die Gemeinde kommen? Nein, das meine ich nicht. Ich bete darum, dass sie kommen, um gerettet zu werden. Was ich meine, ist, dass die Gemeinde nicht dazu da ist, Heiden ein gutes Gefühl zu geben. Das ist nicht ihr Zweck. Wenn die Heiden den Ort der Anbetung betreten, sollten sie streng für ihre Sünden zur Rechenschaft gezogen werden. Und sie sollten sich unwohl und verunsichert fühlen.

Epheser 5 wiederholt im Grunde genommen dasselbe Prinzip. Offensichtlich kamen die Menschen in Ephesus aus dem gleichen heidnischen Umfeld zum Glauben und mussten einen klaren Schnitt machen. Und in Epheser 5,6 spricht Paulus über Menschen, die „mit leeren Worten verführen“. Diese Menschen sind nichts anderes als „Söhne des Ungehorsams“, über die der Zorn Gottes kommen wird. Darum fordert er die Epheser in Vers 7 auf: „So werdet nun nicht ihre Mitteilhaber!“ Schließt euch nicht mit denen zusammen, die sich mit diesen falschen Religionen beschäftigen. „Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!“ Und in Vers 10: „Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf; denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen.“

In den geheimen Mysterienreligionen, wurden Dinge getan, die für Gott ein absoluter Gräuel waren. Darum sagt er zu den Ephesern: „Ihr habt nichts mit ihnen zu tun, ihr seid Licht, brecht also endgültig mit der Finsternis. Tut, was dem Herrn gefällt. Beteiligt euch niemals an ihren unfruchtbaren Werken.“ Und hör gut zu: Es ist besser, du gehst in eine Kneipe und verbringst dort den Abend, als dass du zu einer religiösen Institution gehst, die Irrtümer verkündet, und dort den Abend verbringst. Denn in dieser Umgebung steht dein reiner Geist und dein Verständnis der Wahrheit auf dem Spiel.

Eltern schicken ihre Kinder an Colleges, die sich als christlich bezeichnen, aber in Wahrheit greifen sie die gesunden Lehren des Wortes Gottes an. Und dann wundern sich die Eltern, warum sie ein völlig verwirrtes Produkt aus diesem Umfeld zurückbekommen. In Offenbarung 18 kommt ein Engel aus dem Himmel und sagt: „Babylon ist gefallen, Babylon ist gefallen“. Er beschreibt die Verdorbenheit Babylons in einem endgültigen, satanischen, antichristlichen Welt-System. Dann sagt er, dass Gott diesen Ort zerstören und ihn zu Fall bringen wird. Und dann heißt es in Vers 4: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht an ihrer Sünde teilhaftig werdet“. Trennt euch von diesem bösen System!

Wir sind ein heiliges Volk. Wir sind ein geheiligtes Volk. Das bedeutet, dass wir abgesondert sind. Wir sind getrennt. Wir verstehen, dass wir als Lichter in einer dunklen Welt in einer verdorbenen Kultur leben. Aber trotzdem beteiligen wir uns nicht an gemeinsamen religiösen Aktivitäten jeglicher Art mit denen, die nicht an dem gesunden Glauben der Heiligen Schrift festhalten. Das ist ein Gebot. Ich möchte zu unserem Text in 2. Korinther 6,17 zurückkehren. Die beiden Verben, „hinausgehen“ und „absondern“ sind im Griechischen beides Imperative. Das heißt, es sind Gebote, die besagen: Wenn du dich in dieser Situation befindest, dann komm heraus.

Das ist nichts Neues, meine Lieben. Man kann bis zum ersten Teil der Heiligen Schrift zurückgehen, dem Pentateuch, den Schriften Mose, dem Gesetz. Schau dir zum Beispiel 3. Mose 20 an. Schon dort ist es ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Buch hindurchzieht. In Kapitel 20 erreicht es eine Art Höhepunkt, wo es um Kinderopfer geht, die dem Gott Moloch im Feuer dargebracht wurden. Dort steht: „Und der Herr redete zu Mose und sprach: Sage zu den Kindern Israels: Wer von den Kindern Israels oder den Fremdlingen, die in Israel wohnen, eines von seinen Kindern dem Moloch gibt, der soll unbedingt getötet werden; das Volk des Landes soll ihn steinigen! Und ich will mein Angesicht gegen einen solchen Menschen setzen und ihn ausrotten mitten aus seinem Volk, weil er dem Moloch eines von seinen Kindern gegeben und mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entheiligt hat.“

Gott kann nicht zulassen, dass jemand in seinem Volk Israel etwas tut, was seinen Namen entweiht. Und das wäre bei der Verehrung des Gottes Moloch der Fall gewesen. In Vers 6 sagt er: „Auch wenn sich eine Seele zu den Geisterbefragern und Wahrsagern wendet, um ihnen nachzuhuren, so will ich mein Angesicht gegen diese Seele richten und sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes. Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich, der Herr, bin euer Gott. Darum haltet meine Satzungen und tut sie; denn ich, der Herr, bin es, der euch heiligt.“

Weiter unten heißt es in Vers 24, am Ende des Verses: „Ich, der Herr, bin euer Gott, der ich euch von den Völkern abgesondert habe.“ Vers 26: „ihr sollt mir heilig sein, denn ich, der Herr, bin heilig, der ich euch von den Völkern abgesondert habe, damit ihr mir angehört!“ Auch hier geht es wieder um echte biblische Absonderung. Wir sondern uns vollständig von allen ab, die sich mit falscher Religion in irgendeiner Form beschäftigen. Das betrifft falsche Lehrer, falsche Religionen, seien sie nun klein oder groß. Dieses Thema zieht sich übrigens in 3. Mose durch die ganzen Kapitel 21 und 22 hindurch. Gläubigen aller Zeiten wurde schon immer gesagt, sie sollten sich vollständig von jeder heidnischen Umgebung und allem, was nicht Gottes Wahrheit ist, trennen. Das geschah in 3. Mose durch Mose, in Jesaja durch Jesaja, in 2. Korinther durch Paulus. Die Botschaft war immer dieselbe.

Heute würden wir sagen: Wir müssen uns von Liberalismus, Neo-Orthodoxie, Katholizismus, Sekten, Ketzern oder falschen Lehrern trennen. Diese sind überall zu finden. Wir dürfen nicht an Satans Altar anbeten oder uns dämonischen Götzen oder dämonischen Ideologien aussetzen. Tatsächlich sagt Paulus in 2. Korinther 10,4 dass wir die Aufgabe haben, satanische Festungen zu zerstören. Er nennt sie Vernunftschlüsse oder Ideologien und „jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt“. Stolzer Intellektualismus, falsche Religion, menschliche Ideologien, all diese falschen Systeme sind genau die Festungen, die wir zerstören sollen. Und in Vers 5 heißt es, dass wir „jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi.“

Wir arbeiten nicht mit ihnen zusammen, sondern greifen sie an. Manche Leute zögern, sich gegen diese Gruppen auszusprechen. Aber genau das müssen wir tun. Denn das sind die Festungen, das sind die satanischen Vernunftschlüsse, das sind die dämonischen Ideologien, das ist der stolze Intellektualismus des Menschen, der sich gegen die Wahrheit Gottes erhebt. Und wir müssen sie mit dem Wort Gottes angreifen. Das ist unsere geistliche Waffe. Sich nicht abzusondern ist also Ungehorsam. Es ist ein Verstoß gegen das Gebot: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ Und dem fügt er hinzu: „Rührt nichts Unreines an.“

Gott betrachtet falsche Religion als das Abscheulichste überhaupt. Deshalb habe ich gesagt, dass es besser wäre, einen Abend in einer Bar zu verbringen als einen Abend in einer falschen Kirche oder einer Institution, die falsche Religion verbreitet. Diese sollen wir „nicht anrühren“. Das griechische Wort „berühren“ bedeutet, eine fleischliche intime Berührung. Es wird zum Beispiel in 1. Korinther 7 verwendet, wo es heißt: Es ist „ja gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren; um aber Unzucht zu vermeiden“. Oder in 1. Johannes 5,18, wo davon die Rede ist, dass der Böse uns antastet. Es ist eine fleischliche, intime Vereinigung, von der wir uns Fernhalten sollen.

In Judas heißt es, wenn du jemanden findest, der das tut, sollst du ihm das Evangelium verkünden und ihn wie einen brennenden Scheit aus dem Feuer reißen. Denn es ist die Art von falscher Religion, die den Glauben zerstört und zunichte macht. Sie frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Vielleicht denkst du, dass du die Türen der Gemeinde öffnen, und diese Dinge hineinströmen lassen kannst, ohne dass es negative Auswirkungen hätte. Aber da irrst du dich gewaltig. Die Gemeinde kann die Gottlosen nicht mit offenen Armen aufnehmen. Sie kann keine falsche Theologie, keine falsche Lehre zulassen oder tolerieren, die die Wahrheit des Wortes Gottes leugnen. Sie kann sich nicht mit Menschen zusammentun, die nicht an die Wahrheit glauben, sei es im Gottesdienst, in der Lehre, in der Evangelisation oder in irgendeinem anderen Dienst. Das können wir nicht tun.

Deshalb hat uns der Herr geboten, uns abzusondern. Dies nicht zu tun, ist irrational, gotteslästerlich und ungehorsam. Ich nenne dir heute Morgen noch einen weiteren Grund. Sich nicht abzusondern lohnt sich nicht. Es ist unrentabel. Ich verwende dieses Wort anstelle von „dumm“. Es ist töricht, weil es uns von Gottes Segen trennt. Ist dir das Ende von Vers 17 und Vers 18 aufgefallen? Am Ende von Vers 17 heißt es: „Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“

Es ist so töricht, sich nicht abzusondern, weil man sich dadurch selbst abschneidet von den Segnungen einer innigen Beziehung zu Gott. Hier ist Gott, dein Vater, der dich umarmen möchte. „Aufnehmen“ bedeutet wörtlich „mit Gunst empfangen“. Dies ist das einzige Mal, dass eisdechomai im Neuen Testament verwendet wird. Es bedeutet, die Arme zu öffnen, zu umarmen, zu umfassen. Und es beschreibt Gott, der dich willkommen heißen möchte. Der Ausdruck könnte übrigens aus der griechischen Übersetzung von Hesekiel 20,34 stammen, wo Gott verspricht, Israel zu sich zu nehmen, wenn es sich von seinem Götzendienst abwendet. Er verspricht: Wenn ihr den Bruch vollzieht, sind meine Arme weit geöffnet, um euch mit dem Segen meiner Liebe zu euch zu überschütten.

Als wir die Verse 16 und 17 durchgegangen sind habe ich erwähnt, dass diese aus dem Alten Testament stammen. Und ich habe angedeutet, dass es sich hier möglicherweise um Jesaja oder eine andere Passage handelt. Und auch bei Vers 18 könnte es gut sein, dass Paulus einen Text aus 2. Samuel 7,14 im Sinn hatte, der sinngemäß besagt: Ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, und ich werde euch ein Vater sein.

Aber in keinem Fall handelt es sich bei diesen Versen auf das Alte Testament um direkte Zitate. Und darauf möchte ich kurz eingehen. In unserer ersten Predigt wies ich darauf hin, dass Paulus eine Vielzahl von Lehren aus dem Alten Testament aufgreift und sie zu diesem besonderen inspirierten Text zusammenfügt. Das solltest du also beim Studium der Bibel im Hinterkopf behalten. Und nun möchte ich kurz erklären, wie die Verfasser des Neuen Testaments das Alte Testament verwenden.

Erstens gibt es Fälle, in denen die Autoren des Neuen Testaments direkt aus dem hebräischen Original des Alten Testaments zitieren. Zweitens gibt es Fälle, in denen die Autoren des Neuen Testaments eine Übersetzung des hebräischen Alten Testaments zitieren, wie zum Beispiel die Septuaginta, eine griechische Übersetzung.

Drittens gibt es viele Fälle, in denen die Verfasser des Neuen Testaments den Sinn einer Passage aus dem Alten Testament wiedergeben, ohne deren Worte direkt zu zitieren. Mit anderen Worten, sie nehmen sich Freiheiten, um den Sinn des Textes ohne die genauen Worte wiederzugeben. Trotzdem vermitteln sie natürlich dieselbe Bedeutung. Viertens vermischen die Autoren des Neuen Testaments oft mehrere Passagen aus dem Alten Testament, sodass man nicht den Sinn einer einzelnen Passage versteht, sondern den Sinn mehrerer Passagen, die zu einem Punkt zusammengefügt wurden.

Fünftens gibt es Fälle, in denen die Verfasser des Neuen Testaments einfach die allgemeine Lehre des Alten Testaments wiedergeben, ohne sich auf eine bestimmte Stelle zu beziehen. Wenn du also im Neuen Testament liest: „Der Herr sprach“ oder „Wie der Prophet sagte“, könnte es sich um jede dieser Verwendungen aus dem Alten Testament handeln. Manchmal werden solche Verwendungen nicht mit dem Ausdruck gekennzeichnet „Wie Gott sagte“, sondern einfach aus dem Alten Testament entnommen.

Und noch eine letzte Anmerkung: Die Verfasser des Neuen Testaments zitieren niemals etwas anderes als verbindlich als das Alte Testament. Das Alte Testament ist also die einzige maßgebliche Quelle. Auch der Apostel Paulus zitiert auf diese Weise aus dem Alten Testament. Er zitiert einige Schriftstellen, kombiniert ein paar bestimmte Worte und fügt sie zu einem Mosaik absolut inspirierter Wahrheit zusammen. Damit macht er deutlich, dass der Herr seine Arme weit ausbreiten wird, um uns mit Segen zu überschütten, wenn wir uns von den Unreinen absondern. Und darum wäre ich ein untreuer Pastor, wenn ich zulassen würde, dass diese Gemeinde in irgendeiner Form gegen dieses Gebot verstößt. Ich trage vor Gott Verantwortung. Ich darf dich nicht in eine Situation bringen, in der du deinen Segen verlieren würdest.

Manchmal fragen mich Leute, ob ich für meine klare Haltung oft kritisiert werde. Und ja, ich werde manchmal kritisiert, wenn ich eine klare Haltung einnehme, aber das ist in Ordnung. Es steht viel auf dem Spiel. Dazu gehört auch, dass ich Gott Rechenschaft darüber ablegen muss, wie ich euch als Hirte geführt habe. Wenn ich euch nicht treu zu grünen Wiesen und stillen Gewässern und zu Orten des Segens führe, dann möchte ich nicht vor Gott stehen müssen, um Rechenschaft abzulegen für meine Toleranz, die euch den Segen gekostet hat.

Deshalb werde ich die Grenzen so klar ziehen, wie ich sie in der Bibel verstehe. Und wir werden alles tun, um innerhalb dieser Grenzen zu leben, nicht um starr zu sein, sondern um geistlichen Nutzen zu haben. Als Gläubiger kannst du nicht wirklich Segen empfangen, wenn du in sündigen, unheiligen Bündnissen mit gottlosen Götzendienern stehst. Du wirst in jedem Fall etwas verlieren. Das bedeutet nicht, dass du auf der Stelle sterben wirst. Es bedeutet nicht, dass du bankrott gehen und im Armenhaus landen wirst. Es bedeutet nur, dass du die Fülle von Gottes Segen verlieren wirst. Im Gegenzug gibt es eine gewaltige Belohnung für den, der keine Kompromisse mit gottlosen Systemen eingeht.

Vers 18: „Und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“ Mit anderen Worten: Du wirst für dich selbst den ganzen Reichtum des Gotteskindseins in Anspruch nehmen. Wie ich bereits sagte, bezieht sich das wahrscheinlich am deutlichsten auf 2. Samuel 7,14, wo genau diese Worte benutzt werden. In 2. Samuel 7,14 ist die Aussage an David gerichtet. Der Kontext ist, dass Gott David einen Sohn verspricht. Dies wird Salomo sein. Und dann verspricht er einen noch größeren Sohn; das wird der Messias sein. Und als Gott David verspricht, dass er einen Sohn haben würde und dass dieser Sohn den Tempel bauen würde, wie es Salomo dann auch tat, erinnert er ihn gleichzeitig daran, wie wichtig es ist, rein zu bleiben. Auch sein Sohn sollte rein bleiben, um die Fülle des Segens der Vaterschaft Gottes zu erkennen.

Tatsächlich heißt es in 2. Samuel 7,13 über diesen Sohn: „Der wird meinem Namen ein Haus bauen“. Das bezieht sich zunächst auf Salomo und dann weiter auf den Messias. „Und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat begeht, will ich ihn mit Menschenruten züchtigen und mit Schlägen der Menschenkinder strafen.“ Er wird mein Sohn sein, und ich werde ihm allen Segen geben, aber wenn er gegen mich sündigt, werde ich ihn züchtigen müssen.

Diese Wahl haben auch wir. „Jeden Sohn, den der Herr liebt, züchtigt er“, heißt es im Hebräerbrief. Du hast also die Wahl zwischen Züchtigung und Segen. Und alles hängt vom Gehorsam ab. So wie Gott zu David über seinen Sohn Salomo sprach: Wenn er mir gehorcht, werde ich ihn segnen, wenn er es nicht tut, werde ich ihn züchtigen. Das dahinterliegende Prinzip ist, dass Gott diejenigen mit Segen überschüttet, die sich von der Sünde abwenden.

Als du Christ wurdest, hast du die Vollmacht erhalten, ein Kind Gottes zu werden. Gott ist dein Vater, und du bist sein Sohn oder seine Tochter. Gott war so gnädig, dir den ganzen Reichtum seiner Vaterschaft zu geben. Aber jede Sünde unterbricht die wunderbare Gemeinschaft mit Gott und schneidet den Segen ab. Gott ist unser Vater und wir sind seine Kinder. Und wir müssen alle unreinen religiösen Bündnisse mit der Finsternis, Gesetzlosigkeit, Sünde und Satan ablehnen, sonst werden wir gezüchtigt und verlieren den Segen.

Gott gab David und seinem Sohn genau dieses Versprechen. Und du kennst die traurige Geschichte. Schlag 1. Könige 11 auf. Hier wird berichtet, dass Salomo diesem Gebot nicht gehorchte. Er gehorchte nicht und ging ein unheiliges Bündnis nach dem anderen ein. Er war der ultimative „Kompromiss-Macher" 1. Könige 11,1 erzählt die traurige Geschichte: „Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen“. Er war der Prototyp eines Frauenhelden. König Salomo liebte viele fremde Frauen, darunter auch die Tochter des Pharaos. Es war ihm völlig egal, wer sie waren. Und natürlich war die Tochter des Pharaos so heidnisch, wie man nur sein kann, und verehrte alle möglichen falschen Götter.

Er liebte „moabitische, edomitische, zidonische und hetitische, aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen“. Doch warum kann man sich nicht für beides entscheiden? Weil ihre gesellschaftliche Kultur nicht von ihrer Religion zu unterscheiden ist. Ihre Kulturen werden von ihren Gottheiten dominiert. Deshalb darfst du keinen Umgang mit ihnen haben. Denn wenn du ein Bündnis eingehst, engagierst du dich automatisch gleichzeitig religiös. Doch an ihrer Religion darfst du dich nicht beteiligen. Denn sie werden dein Herz sicherlich ihren Göttern zuwenden.

Das sagte Gott auch zu König Salomo, der es jedoch ignorierte an diesen Frauen festhielt. Und seine Ignoranz ging so weit, dass er 700 Frauen hatte. Nun, stell dir vor, welchen Einfluss eine Frau auf einen Mann haben kann, um ihn abzuwenden. Er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen. Und seine Frauen wandten sein Herz ab, weil sie Heiden waren und ihre eigenen Götter verehrten.

„Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war, wie das Herz seines Vaters David.“ Ist das nicht traurig? Man könnte meinen, Salomo sei so weise gewesen. Als er gefragt wurde, was er sich wünscht, bat er Gott um Weisheit. Er war immer von der Wahrheit umgeben. Aber dass er sich dem Einfluss der Götzenverehrung aussetzte, hatte verheerende Folgen.

Ich werde nie einen jungen Mann vergessen, mit dem ich im Seminar eng befreundet war. Es war eine sehr tragische Geschichte. Wir waren enge Freunde und nahmen gemeinsam an allen möglichen Aktivitäten teil. Er war wie ich auf dem Weg Pastor zu werden und wir schlossen im selben Jahr das Talbot Seminary ab. Dann heiratete er eine Buddhistin und es dauerte nicht lange, bis es in seinem Haus einen buddhistischen Altar gab. Kurz danach gab er seinen Glauben auf. Und das war der Einfluss einer Frau. Oft, wenn ich Männer sehe, die in der evangelikalen Gemeinde eine herausragende Rolle spielen und plötzlich ernsthaft abweichen und auf die schiefe Bahn geraten, frage ich mich immer: „Wie ist seine Frau?“ In den meisten Fällen kommt genau dort Satans List ins Spiel.

In Vers 5 heißt es weiter: „So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter. Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herrn nicht völlig nach wie sein Vater David. Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Gräuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Gräuel der Ammoniter. Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.

Da wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war.“ Man könnte meinen, dass er nach zwei persönlichen Begegnungen Gottes keine Schwierigkeiten gehabt hätte, an seiner Theologie festzuhalten, aber trotzdem hatte er sie. „Der ihm zweimal erschienen war, ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der Herr geboten hatte. Darum sprach der Herr zu Salomo: Weil dies von dir geschehen ist und du meinen Bund nicht bewahrt hast, noch meine Satzungen, die ich dir geboten habe, so will ich dir gewiss das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben!“

Das passiert, wenn man unheilige Bündnisse eingeht. Gott reißt dir einfach den Segen aus den Händen. In Kapitel 11 sehen wir, dass Jerobeam nach Salomo König wurde und das Königreich geteilt wurde. Und in Vers 31 spricht der Prophet Achija zu Jerobeam: „Nimm dir zehn Stücke! Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich will das Königreich der Hand Salomos entreißen und dir die zehn Stämme geben“.

So werden zehn Stämme aus der Hand Salomos gerissen und alle zehn ziehen nach Norden. Gott sagt: „- einen Stamm aber soll er haben, um meines Knechtes David und um der Stadt Jerusalem willen, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe -, deshalb, weil sie mich verlassen haben und Astarte, die Gottheit der Zidonier angebetet haben“. Und er geht das ganze Szenario durch: Das Königreich wird Salomo entrissen und auf tragische Weise geteilt. Danach gab es nie wieder einen guten König im Norden.

Und dann sagt er in Vers 37 zu Jerobeam: „So will ich nun dich nehmen, und du sollst regieren über alles, was deine Seele begehrt, und König sein über Israel. Und es wird geschehen, wenn du nun allem gehorchst, was ich dir gebieten werde, und in meinen Wegen wandelst und tust, was in meinen Augen recht ist, sodass du meine Satzungen und Gebote befolgst, wie es mein Knecht David getan hat, so will ich mit dir sein und dir ein beständiges Haus bauen, wie ich es David gebaut habe, und ich will dir Israel geben!“

Gott sagt hier: Salomo entreiße ich das Königreich, aber wenn du mir gehorchst, werde ich dich segnen. Das ist derselbe Punkt. Wenn du unheilige Bündnisse schließt, wirst du verflucht. Wenn du es nicht tust, wirst du gesegnet. Gott, der Vater, möchte seine Kinder mit den besten Gaben seiner Liebe überschütten. Und er wird das tun, wenn wir uns nicht mit Ungläubigen verbünden. Wenn wir uns also mit Ungläubigen in irgendeinem geistlichen Unternehmen verbünden, ist das irrational, gotteslästerlich, ungehorsam und nutzlos.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, den ich mir für nächsten Sonntag aufhebe. Es ist nämlich auch undankbar, sich nicht abzusondern. In 2. Korinther 7,1 heißt es: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“ Hier sagt Paulus: Wie könnt ihr all diese Verheißungen von Gott annehmen und so undankbar sein, dass ihr unheilige Bündnisse eingeht? Mehr dazu beim nächsten Mal.

Abschließend habe ich für euch noch eine wunderbare Geschichte über einen Mann namens Ignatius, der vor Gericht gestellt wurde. Er stand dem römischen Kaiser Trajan gegenüber. „Wer bist du?“, fragte Trajan. „Du elender Teufel, der du so bereit bist, unsere Befehle zu übertreten, während du auch andere verführst, damit sie das gleiche schlimme Ende nehmen.“ Ignatius sagte: „Niemand nennt einen, der Gott in sich trägt, einen elenden Teufel, denn die Teufel halten sich fern von den Dienern Gottes.“

Trajan sagte: „Und wer ist derjenige, der Gott in sich trägt?“ Ignatius antwortete: „Derjenige, der Christus in seinem Herzen hat.“ Trajan sagte: „Glaubst du denn nicht, dass auch wir Götter in unseren Herzen haben, da wir sie als Verbündete gegen unsere Feinde einsetzen?“ Ignatius antwortete: „Du irrst dich, wenn du die Teufel der Völker Götter nennst, denn es gibt nur einen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, geschaffen hat, und nur einen Christus Jesus, seinen eingeborenen Sohn, dessen Freundschaft ich genieße.“

Trajan sagte: „Sprichst du von dem, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde?“ Ignatius sagte: „Ich spreche von dem, der die Sünde und ihren Urheber ans Kreuz genagelt und jede Bosheit der Teufel dazu verurteilt hat, von denen mit Füßen getreten zu werden, die ihn in ihren Herzen tragen.“ Trajan fragte: „Trägst du dann Christus in dir?“, worauf Ignatius antwortete: „Ja, denn es steht geschrieben: ‚Ich werde in ihnen wohnen und in ihnen wandeln.‘“

Daraufhin verkündigte Trajan das Urteil, welches lautete: „Es ist unser Befehl, dass Ignatius, der sagt, er trage den Gekreuzigten in sich, von den Soldaten in Ketten gelegt und ins mächtige Rom gebracht werden soll, um dort als Spektakel und Unterhaltung für das Volk den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen zu werden.“

Die Grenzen sind ganz klar. Wir haben Christus in unseren Herzen und darum keine religiöse Gemeinschaft mit denen, die ihn nicht haben. Wir sind Kinder Gottes, sie sind Kinder Satans. Es kann keine gegenseitige geistliche Zusammenarbeit geben. Ein solcher Kompromiss entweiht den Namen Christi, gibt den Ungläubigen falsche Sicherheit und verunreinigt die Christen. Mehr dazu beim nächsten Mal. Lasst uns beten.

Vater, diese Worte sind für uns so direkt und so klar. Hilf uns, Vater, sie zu verstehen und ihre Anwendung zu erkennen. Ich kann nicht von der Kanzel aus, jede denkbare Anwendung nennen. Es genügt, das Prinzip zu kennen und im Geist zu wandeln, der dann Weisheit und Kraft für die Anwendung in jeder Situation gibt. Wir rufen deine Gemeinde auf sich abzusondern. Und gleichzeitig soll sie mit Tränen und Leidenschaft versuchen, die Verlorenen zu erreichen, die in diesen bösen Systemen gefangen sind.

Wir möchten sie mit dem Evangelium erreichen, aber wir dürfen uns in keiner Weise mit ihnen einlassen und sie auch nicht an unserem Leben teilhaben lassen, damit wir nicht gotteslästerlich, ungehorsam, unvernünftig, nutzlos und undankbar handeln. Vater, wir bitten dich, gib uns Weisheit. Hilf uns, das empfindliche Gleichgewicht zu finden, in dem wir weiterhin lieben und die Wahrheit verkünden und diese Menschen aus dem Feuer retten können. Wir beten im herrlichen Namen Christi, der gestorben ist, um Sünder zu retten. Amen.

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