Wir haben unsere fortlaufenden Predigtserie am Sonntagmorgen zum 1. Korintherbrief unterbrochen und beschäftigen uns mit einer kurzen Serie zu dem Thema: „Gott: Gibt es ihn? Wer ist er? Und wie ist er?“ Ab Sonntagabend werden wir es dann mit einer Reihe über Satan vergleichen: „Satan: Gibt es ihn? Wer ist er? Und wie ist er?“ Heute Morgen befassen wir uns natürlich erst einmal wieder mit unserem Thema: „Gott: Gibt es ihn? Wer ist er? Und wie ist er?“ Halte deine Bibel bereit, wir werden zwischendurch einige Bibelstellen nachschlagen. Ein sehr hilfreiches Buch über das Wesen Gottes ist das Buch von A.W. Tozer mit dem Titel Das Wesen Gottes: Gottes Eigenschaften und ihre Bedeutung für das Glaubensleben. Neben anderen Dingen, die er in dem Buch sagt, finde ich folgende Aussage wichtig. Ich zitiere: „Die Geschichte der Menschheit wird wahrscheinlich zeigen, dass sich kein Volk jemals über seine Religion erhoben hat, und die geistliche Geschichte der Menschheit wird mit Sicherheit zeigen, dass keine Religion jemals größer war als ihre Vorstellung von Gott. Die Anbetung ist rein oder unrein, je nachdem, ob der Anbeter hohe oder niedrige Gedanken über Gott hegt. Aus diesem Grund ist die wichtigste Frage, die sich der Gemeinde stellt, immer die Frage nach Gott selbst. Und die wichtigste Tatsache über einen Menschen ist nicht, was er zu einem bestimmten Zeitpunkt sagt oder tut, sondern wie er sich in seinem tiefsten Inneren Gott vorstellt“, Zitatende. Er sagt damit: Das Wichtigste, was ein Mensch hat, ist seine Vorstellung von Gott. Und die wichtigste Botschaft, die die Gemeinde zu vermitteln hat, ist die Erkenntnis Gottes. Und ich denke, er hat recht.
Wir haben einen zweifachen Grund, warum wir ein richtiges Verständnis von Gott verbreiten wollen. Erstens, weil es Menschen gibt, die nicht an Gott glauben. Das sind entweder philosophische oder praktische Atheisten. Sie glauben entweder wirklich, dass es keinen Gott gibt, oder sie tun zumindest so, als ob sie das glauben. Und deshalb wollen wir die Wahrheit über den wahren Gott verbreiten, damit die Menschen wissen, dass es einen Gott gibt, und damit sie wissen, wer er ist. Zweitens: Wir predigen Gott und verkündigen Gott nicht nur, weil es Menschen gibt, die nicht glauben, sondern weil es Menschen gibt, die falsch an Gott glauben. Das heißt, sie haben falsche Vorstellungen von ihm. Das gilt sogar für das Christentum. Ich bin entsetzt darüber, wie manche Christen sich Gott vorstellen. Etwas Falsches über Gott zu glauben, könnte man auch als Götzendienst bezeichnen. Wenn wir an Götzendienst denken, denken wir an jemanden in einer Lehmhütte mit einem kleinen Gott auf dem Tisch, vor dem er sich verneigt. Oder wir stellen uns einen heidnischen Tempel vor, der sehr aufwendig und verziert ist und in dem viele Menschen Weihrauch verbrennen. Aber Götzendienst umfasst viel mehr als das. Götzendienst bedeutet einfach, etwas über Gott zu denken, das nicht der Wahrheit entspricht. Es ist eine Behauptung über Gott, die nicht stimmt. Am Ende ist es die Erschaffung eines Gottes. In gewisser Weise macht diese falsche Vorstellung Gott — der ist —, zu etwas, — das er nicht ist —. Sogar Christen können sich schuldig machen, wenn sie Gedanken über Gott hegen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
In Psalm 50,21 heißt es: „da meintest du, ich sei gleich wie du“. Gott sagt: Du dachtest, ich sei wie du. Und meistens taten die Menschen genau das: Sie machten Gott durch Abgötterei zu ihrem Ebenbild oder zu Phantasievorstellungen, die ihrem eigenen Verstand entsprachen. Das Wesen des Götzendienstes besteht darin, sich Gedanken über Gott zu machen, die seiner nicht würdig sind, und das kann auf vielerlei Art und Weise geschehen. Wir verkündigen also Gott nicht nur, weil es Menschen gibt, die nicht an ihn glauben, weder philosophisch noch praktisch. Sondern wir verkündigen ihn auch, weil es Menschen gibt, die falsch an Gott glauben. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass wir die richtigen Dinge über Gott verkündigen. Letztes Mal sagten wir, dass unsere erste Frage sein sollte: „Gibt es einen Gott?“ Wir sagten, dass Vernunft, Offenbarung und Erfahrung darin übereinstimmen, dass es einen Gott gibt.
Zweitens stellten wir die Frage: „Wer ist er?“ Wir stellten fest, dass Gott Geist ist. Er ist eine Person. Er hat Persönlichkeit. Er ist keine umherschwebende Energiezelle. Er ist eine Person. Er ist ein Gott, und doch drei Personen in diesem einen Gott. Er ist also Geist und eine Person, drei in einem. Dann kamen wir schließlich zur Einführung unseres dritten Punktes: „Wie ist er?“ Wie sieht diese existierende, geistliche Person aus, die drei in einem ist? Nun, die einzige Möglichkeit, wie wir das wissen können, ist herauszufinden, wie er sich in diesem Buch offenbart hat. Und die Offenbarung Gottes ordnen wir dem zu, was wir Eigenschaften nennen. Die Eigenschaften Gottes sind Definitionen des Charakters Gottes, die er uns selbst in der Heiligen Schrift offenbart hat. Nun möchte ich damit beginnen, seine Eigenschaften zu untersuchen - eine davon haben wir letztes Mal vorgestellt. Heute Morgen werden wir noch ein paar weitere behandeln, aber nur die grundlegenden. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass Gott im Grunde genommen unbegreiflich ist; das heißt dass wir alles, was wir über Gott zu verstehen versuchen, nur sehr begrenzt verstehen. Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs. Aber es gibt so viel mehr über Gott, dass es einem die Sprache verschlägt, darüber zu sprechen. Wir kommen da nicht ran. Es geht weit über uns hinaus. Nur dies zur Erklärung: Gott ist unendlich. Gott hat kein Ende. Und deshalb wird unsere simple, kleine, halbstündige Erörterung dem Wesen Gottes nicht annähernd gerecht.
Gott ist unbegreiflich. Ich denke, das ist der Grund, warum wir die Frage stellen „Wie ist Gott?“ und nicht „Was ist Gott?“ Denn die Frage „Was ist Gott?“ ist sehr schwer zu beantworten, aber wenn wir fragen: „Wie ist er?“, gibt es einige Dinge, die wir darüber wissen. Was uns jedoch Schwierigkeiten bereitet, ist der Versuch, Gott zu sehr dem ähnlich zu machen, was wir kennen. Wir schauen uns z. B. die menschliche Liebe an. Und wenn sich Gottes Liebe nicht wie die menschliche Liebe verhält, sagen wir, dass Gott nicht liebt. Aber das würde die menschliche Liebe zum absoluten, unendlichen Vorbild für Liebe machen; und dem wird Gott nicht gerecht. So ist Gott nicht. Deshalb spricht die Bibel von seinem Bild oder seiner Erscheinung, und Hesekiel sagt: Er war gleichsam in der Erscheinung oder dem Bild eines Menschen. Mit anderen Worten: „er ist so ungefähr“.
Wir können Gott oft nur durch negative Begriffe greifbar machen. Und damit meine ich nicht, dass wir Gott gegenüber negativ eingestellt sind, sondern um ihn zu definieren müssen wir sagen, was er nicht ist. Wenn wir zum Beispiel sagen, dass Gott heilig ist, meinen wir, dass er ohne Sünde ist. Aber weil wir uns absolute Heiligkeit nicht vorstellen können, müssen wir das negativ ausdrücken. Das Einzige, was wir erleben, ist Sünde. Heiligkeit bedeutet für uns also, nicht zu sündigen. Wird es langsam deutlich, was ich meine? Wir könnten gar nicht begreifen was es bedeutet, dass „Gott grenzenlos ist“. Wir können es nur negativ formulieren, dass er keine Grenzen hat. Wir müssen also alles verneinen, denn wir leben in einer Welt voller Grenzen. Unsere Welt ist so konträr zu Gott, dass wir sagen müssen: „Gott ist wie“, und dann müssen wir es sogar negativ formulieren.
Als ich diese kurze Serie begann, fragte mich jemand, ob ich alle Eigenschaften Gottes behandeln würde? Und ich sagte: „Nein, und zwar aus dem Grund, dass ich sie gar nicht alle kenne.“ Er erwiderte: „Nun, gibt es nicht 11? Oder 13?“ Und ich sagte: „Nein.“ Wenn Gott ein unendliches Wesen ist, dann hat er wahrscheinlich eine unendliche Anzahl an Eigenschaften. Ich denke nicht, dass die mir bekannten Eigenschaften über Gott alles sind, was es über Gott zu wissen gibt. Wenn Gott unendlich ist, gibt es eine unendliche Wahrheit über ihn. Es gibt eine unendliche Anzahl an Eigenschaften, und ich kann diese Unendlichkeit nicht verstehen. Das muss ich auch nicht; ich muss nur einige von ihnen verstehen.
Schauen wir uns nun einige dieser Eigenschaften an. Beim letzten Mal haben wir nur den ersten Punkt behandelt: Er ist unveränderlich. Fällt dir auf, dass das eine Verneinung ist? Wenn wir sagen, dass Gott immer derselbe ist, meinen wir, dass er sich nicht verändert. Und weil wir nur Veränderung verstehen, müssen wir eine Verneinung verwenden. Wir sagen also, Gott ist nicht wie wir. Er ändert sich nicht. Maleachi 3,6 sagt: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht“. Jakobus 1,17: „bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“ Wir haben gesehen, dass diese Wahrheit für einen Christen ungeheuer tröstlich ist. Sie bietet Sicherheit und ist eine solche Zuflucht. Aber gleichzeitig ist es eine furchtbare Wahrheit für den Ungläubigen, denn das bedeutet auch Unveränderlichkeit in Bezug auf Gericht, und Zorn über die Sünde.
Schauen wir uns nun die zweite Eigenschaft an und beginnen damit mit unserem heutigen Thema. Die zweite Eigenschaft Gottes ist, dass Gott immer und überall ist. Die Theologen nennen dies Allgegenwart. Gott ist überall und zu jeder Zeit. Halte dich gut fest, denn einige Aussagen könnten dich wirklich umhauen. Einige dieser Wahrheiten gehen so weit über unser Fassungsvermögen hinaus, dass du dich ein wenig anstrengen musst. Gott ist überall zur gleichen Zeit. Gott ist unendlich. Gott hat kein Ende. Sein Wesen erfüllt die ganze endlose Unendlichkeit. Wow. Das ist atemberaubend. In Jeremia 23,24 heißt es: „Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der Herr.“ 1. Könige 8,27: „Aber wohnt Gott wirklich auf der Erde? Siehe, die Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen;“ Dann stellt Salomo die Frage: Wie viel weniger kann es denn dieses Haus tun, das ich gebaut habe? Da Gott vor allen Dingen ewig und nach allen Dingen ewig ist, ist er in allen Dingen und außerhalb aller Dinge. Er ist überall. Er hat keine Grenzen. Gott ist unendlich. Man kann kein Ende von Gotte finden. Es gibt kein Ende. Er hat keine Grenzen.
Weißt du, es ist interessant, dass schon früher die Menschen versucht haben, Gott einzuschränken. Sogar viele Juden versuchten, Gott zu einem eingeschränkten Wesen zu machen. Und so glaubten sie, dass Gott tatsächlich nur im Tempel wohnte. Das sei der Ort, wo er lebte. Sie glaubten, dass er wie die falschen Götter sei. Deshalb sagte Salomo in 1. Könige 8,27, dass er nicht in diesem Haus wohnt. Der Tempel wird zwar vorübergehend der Sitz seiner Majestät auf Erden sein. Es ist das Symbol seiner Gegenwart, aber er wohnt in seiner Fülle nicht hier. Ansonsten wäre das Symbol der Gegenwart Gottes ein Gefängnis seines Wesens.
Den Juden wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, den Gott Israels anzubeten, der nichts anderes sei als der Gott der Berge. Die Syrer glaubten, sie hätten den Gott des Tals. So hatten die Juden den Gott der Berge und die Syrer den Gott der Täler. Die Syrer machten ihre religiösen Praktiken im Tal, und die Juden gingen immer in die Berge. Tatsächlich sagten die Syrer über die Juden: „Die Juden glauben, dass Gott entweder in den Bergen oder über den Bergen ist. Wenn er dann zufällig über den Bergen ist, gehen sie deshalb auf die Gipfel der Berge, um ihm durch Opfer näher zu sein.“ Wenn man sich die jüdische Geschichte anschaut, dann stimmt das tatsächlich; sie haben eine Menge Dinge in den Bergen gemacht, nicht wahr? Da gab es den Berg Horeb, oder den Sinai, oder den Berg Gerizim, oder Jerusalem, der Tempelberg. Die Propheten gingen auf die Berge. Und Jesus ging auf den Berg, um zu beten, ebenso ging er auf den Ölberg. Und deshalb schlussfolgern einige Kritiker, dass Israel einfach den Gott der Berge anbetete. Nun, das stimmt nicht. Im Alten Testament gibt es ebenso viele Stellen, an denen sie Gott im Tal anbeten.
Andere dachten, dass Gott im Himmel lebte und dort eingesperrt war. Das ist leider sogar eine christliche Vorstellung, dass Gott irgendwie dort oben ist. Wenn man an Gott denkt, stellt man sich einen luftigen Ort vor, mit einem großen, hellen Thron und etwas nebulöses, das dort sitzt. Wir stellen uns Gott weit weg in einem himmlischen Palast vor - dabei ist er überall. Die weisen Juden wussten es besser, und die weisen Menschen wissen es besser: Gott ist überall. Stellt uns das nicht vor einige Probleme? Das tut es, und ich möchte diese Probleme auflösen.
Erstens sagen die Leute: „Wenn Gott überall ist, dann ist er unrein, weil er durch unreine Dinge, die er berührt, verunreinigt wird. Wenn Gott in der Welt ist, dann wird er von Unreinheit berührt.“ Dazu möchte ich sagen: Gott ist an allen Orten und in allem. Er ist durch Einsicht und Überzeugung im Herzen eines Sünders. Er ist durch seine Ausübung des Gerichts in der Hölle, denn er ist es, der Seele und Körper in der Hölle zerstören kann. Sein Wesen ist überall, aber es vermischt sich nie mit irgendeiner Unreinheit. Um es zu veranschaulichen: Gott ist wie die Strahlen der Sonne. Der Sonnenstrahl kann auf einen Misthaufen fallen, aber dieser Misthaufen wird niemals etwas von seiner Verdorbenheit auf diesen Sonnenstrahl übertragen. Bei Gott ist es genauso. Gott ist die Essenz dessen, was er ist. Er ist unvermischt mit allem, und nichts verunreinigt ihn. Er ist sein eigenes Gegengift gegen das Böse. Zur Illustration: Jesus kam in die Welt, ging durch die Welt, und am Ende wurde von ihm gesagt, dass „in ihm keine Sünde“ war. Er war unter den Menschen und doch völlig unbefleckt von ihnen. Und Gott ist, wie Jesus, wie ein Sonnenstrahl, der alles berühren kann, aber davon unbefleckt bleibt. Gott ist sein eigenes Gegengift gegen das Böse.
Nun haben manche noch eine Frage zur Allgegenwart Gottes: „Wenn Gott immer und überall ist, wie kommt es dann, dass die Bibel sagt, er sei entweder näher bei jemandem oder weit weg von jemandem?“ Und weißt du, das steht wirklich in der Bibel. Tatsächlich heißt es in Jesaja 55,6, dass er den Gottlosen nahe ist. Und an anderer Stelle im Alten Testament wird in Bezug auf Israel gesagt, dass er weit von ihnen entfernt ist. Wie kommt es also, dass er nah und fern ist? Nun, man muss sich Gott mit zwei Begriffen vorstellen: Wesen und Beziehung. Gott ist in seinem Wesen überall, aber in seiner Beziehung ist er an ganz bestimmten Orten. Mit anderen Worten: Gottes Gegenwart ist tatsächlich durch sein Wesen überall. Aber nur in den Gottesfürchtigen ist er beziehungsmäßig gegenwärtig, und das kann man einfach veranschaulichen. Wir sind heute Morgen alle hier. Ich bin hier, und mein Wesen durchdringt diesen Ort. Meine Stimme prallt von den Wänden ab. Meine Anwesenheit dominiert gewissermaßen die Situation, und wir sind alle hier. Ich bin mit meinem Wesen hier gegenwärtig.
Beziehungsmäßig bin ich in Wirklichkeit an drei oder vier Personen gebunden, die in der ersten Reihe sitzen - meine Frau, meine Söhne und den Rest meiner Familie sowie einige von euch, die entweder Verwandte oder sehr, sehr enge Freunde unserer Familie sind. Beziehungsmäßig bin ich im Grunde genommen für jeden etwas. Gott ist im Grunde überall; beziehungsmäßig wohnt er aber nur in den Herzen seiner Kinder. Sagt uns das nicht das Neue Testament? Wenn wir gläubig werden, stellen wir fest, dass Christus in uns ist, nicht wahr? In Epheser 3 heißt es, dass Gott uns mit seiner Fülle erfüllt. Und in Epheser 5, „werdet voll Geistes“. In Kolosser: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Wenn Gott auf beziehungsmäßige Weise in uns wohnt, ist das völlig anders, als wenn er durch sein Wesen gegenwärtig ist. Gott ist also die ganze Zeit überall. Er muss nirgendwo hingehen; er ist überall.
„Nun“, sagst du vielleicht, „was bedeutet es in 1. Mose 11, wenn es heißt, dass er vom Himmel herabstieg, um die Stadt zu überprüfen?“ Es bedeutet einfach, dass er der Stadt aus ihrer Perspektive seine unmittelbare Aufmerksamkeit schenkt. Gott musste nicht irgendwoher kommen, Gott ist überall. Er ist grundsätzlich überall; in Bezug auf Beziehung ist er jedoch nur im Leben seiner eigenen Kinder. Ein weiterer Gedanke: Im Alten Testament heißt es, dass Gott zwischen den Flügeln der Cherubim auf der Bundeslade wohnte, oder er wohnte im Tempel, und so weiter und so fort. Was bedeutet das? Das bedeutet einfach, dass es, wie im Fall Salomos, einige Orte gab, an denen Gott den Thron seiner Majestät symbolisch aufstellte. Um einen majestätischen Gott zu repräsentieren, errichtete Salomo einen Tempel.
Heute wird der Thron Gottes durch die Gemeinde und das Leben der Gläubigen repräsentiert. In der zukünftigen Königsherrschaft wird der Thron Gottes durch den Thron in Jerusalem repräsentiert, wo Christus regiert. Im Himmel wird er durch den Thron repräsentiert, der in Offenbarung 4 und 5 abgebildet ist. Das ist einfach nur ein Symbol, und wie ich bereits sagte, ist das Symbol seiner Gegenwart niemals das Gefängnis seines Wesens. Er ist überall. Wenn man sich vorstellt, dass Gott überall ist, dann ist das ein atemberaubender Gedanke. Und er ist mit nichts vermischt. Nichts verdirbt ihn. Nichts berührt ihn. Nichts verändert seinen Charakter. Gott machte seine Schöpfung. Gott mischt sich unter seine Schöpfung, bleibt von ihr völlig unbeeinflusst.
Was wird nun aus dieser Wahrheit, wenn wir sie praktisch anwenden? Betrachten wir zunächst einmal den Christen. Was bedeutet für mich als Christ das Wissen, dass Gott in meinem Leben immer gegenwärtig ist? Dass er für mich in erster Linie beziehungsmäßig immer da ist? Erstens bedeutet es Trost. Wenn ich innehalte und daran denke, dass Gott immer da ist, dann ist das sehr tröstlich. Es spielt keine Rolle, was ich durchmache, Gott ist da. Und es spielt keine Rolle, ob ich merke, dass er da ist oder nicht; er ist da. Und ich weiß, dass es Zeiten in unserem Leben gibt, in denen wir laut rufen und sagen: „Gott, wo bist du, du scheinst so weit weg zu sein.“ Er ist nicht weiter weg, als er es jemals war. Er ist immer da. Er sagte in Hebräer 13: „Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen.“ Wenn Gott das sagte, dann meinte er es auch so; denn er kann nicht lügen. Gott verlässt uns nie.
In Philipper 4,5 und 6 heißt es: „Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts.“ Sorge dich nicht, er ist da. Hier geht es nicht um das zweite Kommen, sondern es geht darum, dass Christus da ist. Er ist die ganze Zeit über da. Mach dir das klar. Das ist seine Eigenschaft. Es ist sein Charakter. Kann ein Christ von Gott getrennt sein? Nein. Nichts im Universum kann dem Wesen nach von Gott getrennt sein, und ein Gläubiger kann in Bezug auf seine Beziehung niemals von Gott getrennt sein. Er ist immer da. Henoch zum Beispiel wandelte in der Gegenwart Gottes. Eines Tages ging er hinaus und machte einen Spaziergang mit Gott. Sie liefen immer weiter, … bis in den Himmel. Das ist ununterbrochene Gemeinschaft. Gott ist jetzt bei uns, genauso wie er in der Ewigkeit bei uns sein wird. Er wohnt in uns. Das ist Trost.
Zweitens bedeutet die Allgegenwart nicht nur Trost, sondern auch Unterstützung. Gott berief Mose zum Propheten, um seine Botschaft zu verkünden und Israel aus der Knechtschaft zu befreien. Und als er das tat, sagte Mose in 2. Mose 4 zu Gott: „ich habe ein Sprachproblem, ich kann nicht reden.“ Du kennst die Begebenheit sicherlich. Und Gott sagte folgendes: „Ich will mit deinem Mund sein.“ Ist das nicht großartig? Das ist ein praktischer Aspekt der Gegenwart Gottes. „Ich will mit deinem Mund sein.“ Dass Gott gegenwärtig ist, bedeutet nicht nur, dass er irgendwie dasteht und zuschaut, und jedes Mal, wenn wir etwas falsch machen, zack. Nein. Es bedeutet, dass er da ist, um unseren Dienst zu unterstützen. Wir alle kennen Matthäus 28, wo er sagt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage.“ Weißt du, worauf sich das bezieht? Darauf: Geht hin in alle Welt, predigt das Evangelium, macht zu Jüngern, tauft, und siehe, ich bin bei euch alle Tage. In diesem Abschnitt geht es nicht um Trost, sondern um die Unterstützung im Dienst.
Manche Christen sagen: „Ich weiß nicht, ob ich Zeugnis ablegen kann; ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu habe.“ Und sie wollen, dass der Pastor das übernimmt. So in der Art: „Würden Sie kommen und das Reden übernehmen?“ Die Kraft Gottes ist auch für dich da. Du hast dieselbe Ressource wie ich. „Ich will mit deinem Mund sein“ - geh, rede, mach zu Jüngern, und ich werde mit dir sein. Das ist kein Trost; das ist Unterstützung im Dienst. Die Allgegenwart Gottes hat viele praktische Auswirkungen für den Gläubigen.
Drittens ist die Allgegenwart Gottes ein Schutzschild gegen Versuchungen. Wenn Satan an mich herankommen will, muss er erst durch Gott hindurchkommen. In 1. Korinther 10,13 heißt es: „Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so dass ihr sie ertragen könnt.“ Der Punkt ist, dass Gott sagt: Es wird euch nichts widerfahren, wozu ich euch nicht die Kraft geben werden, zu widerstehen. Und das ist bei jedem Gläubigen anders. Denn jeder Gläubige hat einen anderen Reifegrad, und unterschiedliche Versuchungen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Was jemand anderen scheitern lassen würde, kannst du vielleicht bewältigen. Aber auf jeder individuellen Ebene ist Gott da, um den Gläubigen gegen etwas zu verteidigen, das er selbst nicht bewältigen könnte. Was für ein großartiges Versprechen. Gott ist da, um uns gegen Versuchungen zu verteidigen.
Viertens ist diese Wahrheit von der Allgegenwart Gottes ein praktischer Motivator für die Heiligung. Zu wissen, dass Gott immer gegenwärtig ist, bedeutet zu wissen, dass wir alles, was wir tun, in seiner Gegenwart tun. Wenn du sündigst, sei es in Gedanken, in Worten oder in Taten, dann geschieht das in der Gegenwart Gottes. Denke einmal darüber nach von diesem Standpunkt aus: Die meisten von uns sündigen lieber, wenn jemand nicht hinschaut. Das mag uns bei Menschen in unserer Familie nicht so sehr kümmern, weil sie wissen, dass wir diese Probleme haben. Auf meinen Reisen habe ich zum Beispiel viele Christen getroffen. Und wenn ich sie mitten in einer Sache erwischt hatte, war ihnen das sehr peinlich. Und dann haben sie ein paar sehr schnelle Schachzüge unternommen. Nun versteh mich richtig, es ist keine große Sache, wenn ich jemanden bei etwas erwische. Wer bin ich schon, dass ich etwas verändern kann? Aber dir muss folgendes klar sein: Jedes Mal, wenn du sündigst, ist es, als ob du in die Wolken hinaufsteigst, zum Fuß des Thrones Gottes gehst und deine Sünde genau dort begehst. Alles was du tust, tust du in der Gegenwart Gottes. Das ist ein sehr ernüchternder Gedanke.
Als David sein Leben endlich in Ordnung gebracht hatte, beruhte seine Rechtschaffenheit auf der Aussage: Alle meine Wege sind vor ihm. Ich kann nicht sündigen. Du bist da. Du siehst mich. Was war bei Hiob die Grundlage seiner Rechtschaffenheit? Hiob 31,4: „Sieht er denn nicht meine Wege?“ Gott sieht alles. Meine Rechtschaffenheit oder Integrität beruht auf der Tatsache, dass ich alles, was ich tue, in der Gegenwart Gottes tue. Das meinen die Sprüche, wenn sie sagen: „erkenne ihn auf allen deinen Wegen“. Mit anderen Worten: Mach dir bei allem, was du tust, bewusst, dass Gott da ist. Und dieses Bewusstsein wird die Richtung deiner Wege bestimmen. Wie du siehst, bedeutet, als Christ zu leben, ganz einfach: Mein Leben so zu gestalten, als ob es in der Gegenwart Gottes geschieht, weil ich weiß, dass Gott da ist. Wir sollten nichts tun, was wir nicht auch in der Gegenwart Gottes, vor dem Thron des Himmels, tun würden. Für die Gläubigen ist diese Wahrheit von der Allgegenwärtigkeit also äußerst wichtig. Aber was ist mit einem Ungläubigen? Was hat er damit zu tun? Für einen Ungläubigen ist es auch wichtig zu verstehen, dass Gott überall ist. In Psalm 21,9 heißt es: „Deine Hand wird alle deine Feinde finden.“ Es gibt kein Entkommen. Ein Mensch, der böse ist, kann sich nicht verstecken. Es gibt kein Entkommen. Es gibt keinen Ausweg. Es gibt keinen Ort, an den er sich zurückziehen kann.
Amos 9,2 sagt: „Wenn sie auch bis ins Totenreich eindrängen, so würde sie doch meine Hand von dort holen,“ (damit ist das Grab gemeint) „und wenn sie zum Himmel emporstiegen, so würde ich sie von dort hinunterstoßen. Wenn sie sich aber auf dem Gipfel des Karmel versteckten, so würde ich sie dort aufspüren und ergreifen; und wollten sie sich auf dem Meeresgrund vor meinen Augen verbergen, so würde ich dort der Schlange gebieten, sie zu beißen; und wenn sie vor ihren Feinden her in die Gefangenschaft ziehen würden, so wollte ich doch von dort dem Schwert gebieten, sie umzubringen. So will ich mein Auge auf sie richten zum Bösen und nicht zum Guten.“ Gott sagt hier: Es ist mir egal, wohin sie gehen, ich werde sie finden. In Obadja Vers 4 heißt es: „Wenn du aber auch dein Nest in der Höhe bautest wie der Adler und es zwischen den Sternen anlegtest, so würde ich dich doch von dort hinunterstürzen!“ Es gibt keinen Platz zum Verstecken. Der gottlose Mensch muss erkennen, dass er sich anstrengen kann, soviel er will; er kann vor Gott nicht wegrennen. Er kann zwar beschließen, dass er nicht in die Gemeinde geht, dass er nicht in der Bibel liest, dass er jede religiöse Diskussion vermeidet und dass er Gott aus seinen Gedanken verdrängt. Er mag nicht an Gott denken wollen, aber Gott hat seine Gedanken auf ihn gerichtet.
In Hiob 26 steht: „Die Schatten werden von Zittern erfasst unter den Wassern und ihren Bewohnern. Das Totenreich liegt enthüllt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke.“ Gott entlarvt alles durch seine Gegenwart, überall. Weiter heißt es in Hiob 34,21: „Denn Gottes Augen sind auf die Wege des Menschen gerichtet, und er sieht jeden Schritt, den einer macht. Es gibt keine Finsternis und keinen Todesschatten, wo die Übeltäter sich verbergen könnten.“ Es gibt kein Versteck. Sprüche 15,11 sagt: „Totenreich und Abgrund sind dem Herrn bekannt, wieviel mehr die Herzen der Menschen!“ Wenn Gott alles im Universum sehen kann, wie viel mehr kann er dann die Herzen der Menschen sehen? In Psalm 139 sagt David: „Wohin soll ich gehen? Wenn ich bis zum äußersten Punkt liefe, bist du da.“ Und er sagt: „Nähme ich die Flügel der Morgenröte“ - mit anderen Worten, selbst wenn ich auf einem Sonnenstrahl reiten würde, mit 298.000 km pro Sekunde, 8 Minuten lang, bis zur Sonne, könnte ich nicht entkommen.
Der Dieb stiehlt, weil er denkt, dass es niemand sieht. Der Ehebrecher begeht Ehebruch, weil er glaubt, dass es niemand sieht. Der Lügner lügt, weil er glaubt, dass es niemand herausfindet. Gott weiß es. Nur weil Gott unsichtbar ist, heißt das nicht, dass er nicht da ist. Gott schlummert nie und schläft nie. In Hebräer 4,13, steht eine sehr treffende Aussage: „Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“ Alles wird von Gott gesehen. In Jesaja 65,12 sagt Gott: „ihr habt getan, was in meinen Augen böse ist.“ Sprüche 15,3: „Die Augen des Herrn sind überall, sie erspähen die Bösen und die Guten.“ Gott weiß alles. Er ist überall. Gott ist unveränderlich, und Gott ist überall.
Drittens: Gott ist allmächtig. Das ist eine atemberaubende Vorstellung. Unser Gott ist allmächtig. Was bedeutet das? Wenn wir es verneinen, bedeutet es: Es gibt nichts, was er nicht tun kann. Seiner Energie sind keine Grenzen gesetzt. In Hiob 9,19 heißt es: „Kommt's auf die Kraft des Starken an, siehe er hat sie.“ Gott wird El Schaddai genannt, El ist der Name Gottes, Schaddai bedeutet allmächtig. Er ist der allmächtige Gott. In Offenbarung 19,6 steht: „Halleluja! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten!“ Er ist mächtig, ja sogar allmächtig. Er ist stark. Der Psalmist sagte: Die Macht gehört Gott. Wenn wir sagen, dass Gott mächtig ist, dann meinen wir damit, halte dich gut fest, dass Gottes Macht keine Grenzen hat. Er kann alles tun - alles. Und hör gut zu: Alles fällt ihm gleich leicht. Verstehst du? Es ist für Gott nicht schwieriger, ein Universum zu erschaffen, als einen Schmetterling zu erschaffen. Er kann alles tun; und alles fällt ihm gleich leicht. Vielleicht fragst du dich: „Woher weißt du das?“ Weil es Gott keine Mühe kostet, irgendetwas zu tun. Vielleicht fragst du dich nun: „Das heißt nichts ist anstrengend für ihn?“ Genau! Es gibt überhaupt nichts, das ihn anstrengt.
Ich mache ein Beispiel. Am Sonntag stehe ich morgens auf und mir ist klar, dass ich eine Menge Energie verbrauchen werde, wenn ich etwa drei Stunden lang auf der Kanzel predige. Das kostet eine Menge Energie, mehr Energie als man denkt. Der Verstand arbeitet sehr schnell, und man verbraucht viel Energie. Also trinke ich morgens Eiweiß, nehme Vitamine und starte durch. Wenn ich nach drei Stunden fertig bin und nach Hause gehe, bin ich erschöpft. Dann sage ich zu meiner Frau: „Patricia, ich brauche etwas zu essen.“ Ich muss mich wieder aufladen. Warum? Weil die ganze Energie, aufgebraucht ist und ich sie wieder auffüllen muss. Gottes Energie muss nie aufgefüllt werden. Es gibt keine Quelle, die Gott auffüllt. Wo würde er hingehen? Er ist bereits überall. Es gibt nichts außerhalb von Gott.
Jesaja 40,28 sagt: Der Herr ist nie müde. Bei ihm gibt es keine Energieverluste. Der Herr kann also alles tun, und alles fällt ihm gleich leicht, und drittens kann er alles tun, was er tun will. Wusstest du das? Er hat nicht nur die Macht, sondern auch die Autorität alles zu tun, was er tun will. Zu einer solchen Macht gehört auch die Autorität, sie zu nutzen. Merke dir: Gottes Macht, Gottes Autorität und Gottes Wille entsprechen seinem Wesen. Gott kann alles tun. Er kann alles mit Macht und Recht tun, und er wird alles mit Macht und Recht tun, was er will. Und er wird nur das tun, was mit seinem Wesen übereinstimmt. Deshalb kann er zum Beispiel nicht lügen. Er kann keine Sünde dulden. Er kann keinen bußfertigen Sünder abweisen. Er kann einen Unschuldigen nicht bestrafen. Er kann nichts tun, was gegen sein Wesen verstößt, denn sein Wille steht immer im Einklang mit seinem Wesen. Gott kann alles tun, was er will. In Psalm 1l5,3 heißt es: „Aber unser Gott ist im Himmel: er tut alles, was ihm wohlgefällt.“
Die Menschen fragen manchmal: „Warum hat Gott das getan?“ Und oft habe ich gesagt: „Weil er es wollte“. Und die Leute sagen: „Nun, das genügt mir nicht als Antwort.“ Das liegt daran, dass du Gott nicht verstehst. Gott kann alles tun, was er will. In Römer 9 spricht Paulus über die Erwählung und, dass Menschen zum Heil auserwählt sind, und über den Pharao und den Vergleich zwischen Jakob und Esau. Wenn man dann zu argumentieren beginnt: „Gott, warum hast du das getan?“, dann sagt Paulus: „Willst du als Ton den Töpfer fragen, warum er das macht?“ Das ist das Recht des Töpfers. Stelle Gott nicht in Frage. Gott kann alles tun, und alles fällt ihm gleich leicht, und er kann alles tun, was er will. Aber er will nur das tun, was mit seinem Wesen übereinstimmt. Er verstößt niemals gegen sein Wesen. Er kann nicht lügen - kann die Sünde nicht lieben - kann sein Wort nicht brechen. Der Wille Gottes ist nur das, was seiner Person würdig ist.
Gott ist allmächtig. Weißt du, wenn man anfängt, Gottes Macht zu erkennen, gibt es vier Bereiche, in denen ich sie am deutlichsten sehe. Erstens in der Schöpfung. Die Bibel sagt uns, dass Gott sprach und es geschah. Psalm 33,6: „Er sprach, und es geschah.“ Er befahl, und sie wurden geschaffen. Wenn ich beginne über die Kraft nachzudenken, die im geschaffenen Universum steckt, dann stockt mir der Atem. Wir wissen, dass wir mit der Spaltung von einem Atom eine große Explosion, ja ein großes Chaos anrichten können. Wenn wir eine Kettenreaktion auslösen könnten, die das gesamte Universum verschlingen würde, kämen wir nicht annähernd an die Macht Gottes heran. Denn Gott ist größer als alles, was er je geschaffen hat. Und weißt du, was auch erstaunlich ist? Er tat es ohne jeglichen Rat. Keiner half ihm. Man sollte meinen, er hätte im Vorfeld einen Menschen erschaffen, um von ihm beraten zu werden; denn wir sind ja immer so erpicht darauf, das zu tun. Der Gedanke ist einfach lächerlich. In Jesaja 44,24 heißt es „ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst“. Er wollte sie und schaffte sie völlig allein. In Römer 4,17 heißt es, dass er „dem ruft, was nicht ist, als wäre es da“. Seine Macht zeigt sich in der Schöpfung.
Ich denke, seine Macht zeigt sich auch in der Bewahrung. In Hebräer 1,3 heißt es „er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft“. Jemand könnte einwenden: „Wie kommt es, dass Gott am siebten Tag geruht hat, wenn er nie müde wird?“ Die Antwort ist: Er hat sich nicht wirklich ausgeruht. Nicht einmal ein bisschen. Wenn Gott am siebten Tag geruht hätte, weißt du, was dann mit all dem geschehen wäre, was er an den ersten sechs Tagen erschaffen hatte? Es wäre alles auseinandergefallen. „Nun“, mag jemand einwenden, „was hat er dann gemacht?“ Er hat uns ein Muster gegeben. Wir werden müde - er wird nicht müde. Er hat ein Muster für den Menschen geschaffen. Der Mensch muss ruhen und wieder auftanken. Gott war am siebten Tag genauso aktiv, wie an den anderen sechs Tagen. Er erhielt alles aufrecht, was er geschaffen hatte. „Er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft.“
Drittens denke ich, dass die Macht Gottes in der Erlösung sichtbar wird. In der Erlösung wird Gottes Macht noch sichtbarer als in der Schöpfung. Denn bei der Schöpfung gab es keinen Widerstand - keinen Teufel, der unterworfen werden musste, keinen Tod, der besiegt werden musste, keine Sünde, die begnadigt und ausgerottet werden musste, keine Hölle, die verschlossen werden musste, keinen Tod am Kreuz, der erlitten werden musste. Die Macht in der Schöpfung war gewaltig! Aber in der Erlösung war all der Kampf, die große Machtdemonstration am Kreuz, als Christus starb und die Menschen erlöste. Und dann hat Gott überraschenderweise einen ganzen Haufen unbedeutender Personen zu sich gerufen und dazu gebracht, die Mächtigen zu verwirren. In 1. Korinther 1,26 macht Paulus deutlich, dass Gott „nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme“ nahm, sondern nur einfache Leute. Die setzte er gegen die Welt ein. Und in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte sehen wir, dass sie die Welt auf den Kopf gestellt haben. Das ist die Macht Gottes, die erlösende, rettende Macht.
Viertens denke ich, dass Gottes Macht in seiner Fähigkeit, Tote aufzuerwecken, sichtbar ist. Ist dir bewusst, dass Gott so viel Macht hat, dass er eines Tages, am Ende des Zeitalters, jeden Menschen, der jemals gelebt hat, ob gerecht oder ungerecht, von den Toten auferwecken wird? Vielleicht fragst du dich: „Nun, ich wusste, dass die Gläubigen auferweckt werden, aber gilt das auch für die Ungerechten?“ Ja! Geh zu Johannes 5,28. Dort lesen wir von der Auferstehung zum Leben und der Auferstehung zum Gericht. Lies Offenbarung 20. Dort sehen wir, dass alle Gottlosen vor dem großen weißen Thron stehen werden. Sie sind alle da. Sie sind auferstanden aus den Gräbern und aus den Meeren. Das ist eine enorme Auferstehungskraft. Was für eine gewaltige Macht! Das ist unser Gott - er ist allmächtig.
Nun fragst du: „Was bedeutet das?“ Kommen wir zur Anwendung und schließen damit ab. Gott ist allmächtig, aber was bedeutet das für den Christen? Erstens: Es ist die Grundlage unseres Gottesdienstes. Der praktische Aspekt dieser Wahrheit findet sich meines Erachtens in der einfachen Aussage von 2. Könige l7,36. Dort steht: „sondern den Herrn, der euch mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm aus dem Land Ägypten geführt hat, den sollt ihr fürchten, ihn betet an.“ Wir sollen Gott wegen seiner Macht anbeten. Seine Macht ist Grundlage für die Anbetung. Wir kommen zusammen und preisen Gott wegen seiner mächtigen Kraft - denn es gibt keinen wie ihn. Zweitens: Für den Christen ist die Macht Gottes nicht nur eine Grundlage der Anbetung, sondern auch eine Grundlage der täglichen Zuversicht und des täglichen Vertrauens. Weißt du, immer wieder habe ich das Gefühl, dass ich unzulänglich bin und nichts tun kann, und dann lese ich Philipper 4,13, wo es heißt: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“ Aufgrund seiner Macht können wir Tag für Tag in Zuversicht leben. Wir sind erfüllt von der Fülle Gottes, heißt es in Epheser 3,19 und in Vers 20 heißt es: dass die Kraft, die in uns wirkt, mehr zu tun vermag als wir bitten oder verstehen. Die Macht Gottes wird zur Grundlage unseres täglichen Lebens und dann auch zur Grundlage unserer Auferstehungshoffnung.
Als Christ freue ich mich auf die Auferstehung von den Toten. Ich schätze, wenn ich nicht entrückt werde, habe ich eine ziemlich gute Chance zu sterben - sogar eine 100-prozentige Garantie, dass ich sterben werde. Ich hoffe, dass ich wieder auferstehen werde. Worauf vertraue ich also? Wenn wir zu einer Beerdigung gehen, sieht es oft nicht hoffnungsvoll aus. Man bringt eine Leiche dorthin, richtet sie her und legt sie dann in einen Sarg. Und man könnte zu dem Bestatter sagen: „Na ja, eines Tages wird er aus dem Grab steigen.“ Und er sieht dich an und sagt: „Junge, du weißt nicht, was ich weiß, Kumpel. Es ist unmöglich, dass sich dieser Tote hier überhaupt bewegt.“ Es ist also ziemlich hoffnungslos. Und da ist der Verstorbene, der Sarg ist offen, die Person ist tot, und alles ist düster. Man versenkt den Sarg in die Erde, wirft Erde drauf, und das war's. Und irgendein Christ steht bei der Beerdigung auf und sagt: „Eines Tages wird dieser liebe Bruder aus der Erde kommen.“ Vielleicht könnte man einige Leute im Hintergrund kichern hören: „Woher wissen Sie das? Wer ist dazu in der Lage?“ 1. Korinther 15 gibt uns die Antwort. Unser Vertrauen in Bezug auf die Auferstehung gründet sich auf die Kraft Gottes. „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.“ Vers 52: „plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ Wie das? Es ist Gott, der uns diesen Sieg schenkt. Die Macht Gottes ist die Grundlage unseres Gottesdienstes, die Grundlage unserer täglichen Kraft, die Grundlage unserer Auferstehungshoffnung.
Außerdem ist sie die Grundlage für unseren Trost. Wann immer ich mir Sorgen mache über meine Probleme, erinnere ich mich an meinen Gott, und mir wird klar, dass keins meiner Probleme für ihn zu schwer ist. Psalm 121 sagt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn.“ Die nächste Aussage ist der Schlüssel zum Ganzen: „vom Herrn der Himmel und Erde gemacht hat!“ Wenn er das kann, kann er auch mit mir umgehen. Das bringt Zuversicht und Trost. Die Wahrheit von der Macht Gottes ist die Grundlage der Anbetung, die Grundlage des täglichen Vertrauens, die Grundlage der Auferstehungshoffnung, die Grundlage des Trostes - und dann ist sie die Grundlage unseres Sieges. In Epheser 6, heißt es: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ Wenn du den Feind bekämpfen willst, brauchst du Gottes Kraft. Wenn der Gegner kommt, kämpfst nicht du gegen den Feind, sondern du sagst es dem Oberbefehlshaber, und er kämpft für dich. Die Grundlage unseres Sieges ist die Tatsache, dass er mächtig ist. Größer ist der, der in euch ist, als der, der in der Welt ist. Darüber haben wir letzten Sonntagabend gesprochen, nicht wahr? Satan ist ein erstaunliches Wesen, und er ist sehr, sehr mächtig, aber weißt du was? Ich habe den Sieg in Christus errungen - mir steht eine enorme Kraft zur Verfügung.
Als Nächstes ist die Wahrheit von der Macht Gottes für den Christen die Grundlage für Gewissheit. Ich bin gerettet. Und die Leute fragen mich sehr oft, ob ich glaube, dass ich gerettet bleiben werde. Ja das tue ich. Und sie fragen mich: „Warum glaubst du das?“ Und ich antworte: „Weil Gott mächtig genug ist, mich zu bewahren. Die einzige Person, die mich aus der Hand Gottes reißen könnte, wäre jemand, der mächtiger ist als er - und den gibt es nicht.“ Wir müssen Johannes 10,28 lesen: „Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ Warum? „Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.“ Es gibt kein mächtigeres Wesen als Gott, und wenn Gott etwas festhält, kann man es ihm nicht wegnehmen. In Römer 8, steht dasselbe: „Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? ... Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ Und dann nennt Paulus einige Dinge: Fürstentümer, Engel und alles Mögliche - nein, nein, nein - nichts davon kann uns von Gott trennen. Gott ist allmächtig. Die Grundlage für meine Gewissheit ist die absolute Macht Gottes. In 2. Timotheus 1,12 sagt Paulus deshalb: „Ich schäme mich nicht. Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag.“ Das Vertrauen kommt aus dem Wissen, dass Gott mächtig ist.
Und schließlich, das ist der letzte Punkt, ist die Wahrheit der Allmacht Gottes die Grundlage der Demut. Es ist so einfach stolz zu sein, wenn man nicht an Gott denkt, sondern nur an sich selbst. Sobald man aber anfängt, über Gott nachzudenken, merkt man, dass man selber nichts ist. In 1. Petrus 5,6 heißt es: „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes,“ Mit welchem Ergebnis? „damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“. Warum sollte ich mich demütigen? Weil ich die Macht und Kraft Gottes erkenne. Gottes Macht ist die Grundlage für meine Demut, weil ich weiß, dass ich nichts bin - ich könnte nichts sein - ich könnte nichts erreichen - ich kann nichts tun ohne ihn. Das ist Demut. Wir sehen: Die Wahrheit über Gottes Allmacht ist sehr praktisch. Was ist mit dem Ungläubigen? Welche Wirkung hat das Wissen, dass Gott allmächtig ist, auf jemanden, der kein Christ ist? Es hat —offen gesagt— einen sehr dramatischen Effekt.
In 1. Korinther l0,22 schreibt Paulus an die Korinther: „Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen?“ Versuchst du, Gott eifersüchtig zu machen? Denn wenn du das tust, denke lieber über diese Frage nach: „Sind wir etwa stärker als er?“ Mit anderen Worten: Wenn Gott eifersüchtig ist — und er wird eifersüchtig, wenn du ihn nicht anbetest — solltest du besser stärker sein als er, denn er wird gegen dich kämpfen. Was bedeutet das für einen gottlosen Menschen? Wenn man Gott nicht anbetet, wird Gott eifersüchtig. Und wenn Gott eifersüchtig wird, kämpft er gegen diejenigen, die ihn eifersüchtig machen. Und wenn er gegen jemanden kämpft, gewinnt er, weil er allmächtig ist. Es ist tragisch, wenn man begreift, dass die Menschen in dieser Welt, die Gott nicht kennen, Gott nicht anbeten und Christus nicht lieben, von Gott, der allmächtig ist, letztlich im Gericht angegriffen werden. Und wenn sie nicht stärker sind als Gott, haben sie keine Verteidigung. Denn kein Mensch ist stärker als Gott, der ihn gemacht hat. In Hiob 9,4 steht: „Er hat ein weises Herz und ist von ungebrochener Kraft; wer hat ihm je getrotzt und ist heil davongekommen?“ Niemand - niemand. Hiob 10,7: „obwohl du doch weißt, dass ich unschuldig bin, und mich niemand aus deiner Hand erretten kann?“ Hiob sagt: Das geschieht mit mir. Ich verstehe es nicht, aber ich weiß, dass es niemanden gibt, der dir das Wasser reichen kann. Niemand kann mich retten.
Wenn Gott gegen einen Menschen in Krieg zieht, gibt es auf menschlicher Ebene keine Rettung. Der einzige Mensch im Universum, der dich aus der Hand eines zornigen Gottes retten kann, ist Jesus Christus, der selbst Gott ist. In 2. Thessalonicher 1,7 heißt es: „euch hingegen, die ihr jetzt zu leiden habt, wird er zusammen mit uns von aller Not befreien. Das wird geschehen, wenn Jesus, der Herr, mit seinen mächtigen Engeln vom Himmel her in loderndem Feuer erscheint. Er wird die zur Rechenschaft ziehen, die Gott nicht als Gott anerkennen und nicht bereit sind, das Evangelium von Jesus, unserem Herrn, anzunehmen. Die Strafe, die diese Menschen erhalten, wird ewiges Verderben sein, sodass sie für immer vom Herrn und von seiner Macht und Herrlichkeit getrennt sind.“ Für diejenigen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium nicht gehorchen, wird Gott seine Gerichtsgewalt entfesseln; eine furchterregende Angelegenheit! Kein Wunder, dass der Schreiber des Hebräerbriefs in Kapitel 10 sagt: „Ja, es ist schrecklich, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen!“
Warum lehren wir diese Wahrheiten über Gott? Weil dies Gottes Wesen ist. Wir wollen, dass du an Gott glaubst, und wir wollen, dass du so an Gott glaubst, wie er ist und wie er sich vorstellt. Ich möchte dir zum Schluss eine Frage stellen. Ist dir aufgefallen, dass dieselben Wahrheiten über Gott in allen Fällen jeweils zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen führen? Zu wissen, dass Gott unveränderlich, überall und allmächtig ist, ist für einen Christen Glückseligkeit. Es ist Freude. Aber einem Ungläubigen bereitet dasselbe Angst. Verstehst du: Das Problem ist nicht der Charakter Gottes. Der Charakter Gottes steht fest. Das Problem bist du. Ein Mensch, der sich gegen Gott auflehnt und versucht, so zu leben, wie er will, ohne Rücksicht darauf, wie Gott ist, ist ein Narr. Gott ist, wer er ist. Gott tut, was er tut. Und jeder muss sich darauf einstellen.
Nächste Woche werden wir uns genauer ansehen, wie Gottes Gnade und Vergebung an all unserer Sünde vorbeigeht und uns annimmt, wenn wir zu Christus kommen. Das Fazit heute Morgen ist folgender Schlüsselsatz: Gott ist der Gott, der von dir verlangt, dass du ihn anbetest. Und wir laden dich liebevoll ein, das zu tun. Der größte Nervenkitzel, den wir erleben können, ist, wenn jemand Gott kennenlernt. Das ist sein Wunsch. Er lädt dich ein, zu seinen Bedingungen zu ihm zu kommen. Durch den Glauben an Jesus Christus bist du rechtmäßig mit ihm verbunden, du nimmst das Opfer Christi an, Gott nimmt dich an. Anstatt dass dir diese Dinge über Gott Angst machen, werden sie zur Glückseligkeit. Lasst uns beten.
Vater, wir danken dir heute Morgen für dein Wort, für deine Wahrheit, für deine Kraft in unserem Leben. Wir beten, dass du diejenigen zu uns bringst, die dich dringend brauchen, deren Herzen vom Heiligen Geist geschmolzen und erwärmt wurden. Und segne diese Menschen, jedes einzelne kostbare Leben. Wir danken dir. Wir übergeben uns und das Wort an dich, damit beides Frucht bringt, in Christi Namen. Amen.
ENDE
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